Äthiopien 

Allgemeine Informationen

FLÄCHE:

1.133.380 qkm.

BEVÖLKERUNGSZAHL:

64.298.000,

40% Oromo,

32% Amhara und Tigray,

9% Sidamo,

6% Somali,

4% Afar

BEVÖLKERUNGSDICHTE:

64pro qkm.

HAUPTSTADT:

Addis Abeba. Einwohner: 2.209.000

GEOGRAPHIE:

Äthiopien grenzt im Osten an Djibouti und Somalia, im Süden an Kenia, im Westen an den Sudan und im Norden an Eritrea. Die Landesfläche wird überwiegend von einem riesigen Hochland aus Vulkangestein eingenommen, in dem gemäßigtes Klima herrscht. Das Plateau ist von heißer, unwirtlicher Wüste umgeben. Im Norden ist das Land zerklüftet, im Süden flacher und eher für die Landwirtschaft geeignet.

STAATSFORM:

Bundesrepublik seit 1994. Neue Verfassung von 1995. Parlament (Shengo) mit 548 Mitgliedern, Legislaturperiode: 5 Jahre. Staatsoberhaupt: Girma Wolde-Giyorgis, seit 2001. Regierungschef: Meles Zenawi, seit 1995.

SPRACHE:

Amtssprache ist Amharisch; semitische Sprachen (ca. 50 %) und kuschitische Sprachen (ca. 45 %); daneben Englisch und Italienisch; Französisch und Arabisch dienen als Bildungs- und Handelssprachen.

RELIGION:

Im Norden äthiopisch-orthodoxe Kirche, im Osten und Süden hauptsächlich Islam; außerdem äthiopisch-evangelische Kirche, Katholiken, Naturreligionen, Minderheiten von Hindus und Sikhs.

ORTSZEIT: MEZ + 2 (UTC + 3).

Geschichte im Schnelldurchlauf

Im 4. Jahrhundert wird das koptische Christentum zur Staatsreligion erklärt.
Die Zentralgewalt des Kaisers als "Negus Negesti" (König der Könige) wird von den regionalen Herrschern immer wieder bekämpft. Menelik II., (1889-1911) wurde der bedeutendste Kaiser der neueren Geschichte. Er erweiterte das Reich nach Süden, macht Addis Abeba zur Hauptstadt und schließt Handels- und Freundschaftsverträge mit einigen europäischen Staaten ab, darunter auch mit dem Deutschen Reich im Jahre 1904.
Haile Selassie betritt die politische Bühne , zunächst als Regent Ras Tafari, 1930 wird er der Kaiser.
1935 erfolgt die Besetzung des Landes durch Italienische Armee. Es folgt die Vereinigung mit Eritrea und Italienisch-Somaliland zu Italienisch-Ostafrika bis 1941. Kaiser Haile Selassie geht bis 1942 ins Exil.
Eritrea wird 1952 von den Vereinten Nationen mit einem Sonderstatus in den äthiopischen Staatsverband eingegliedert.
Als 1962 Eritrea eine Provinz Äthiopiens wird, beginnt der bewaffnete Kampf eritreischer Aufständischer.
Zu Beginn des Jahres 1974 revoltieren die Äthiopische Armee, Studenten unterstützen diese Revolte aufgrund aufgestauter Unzufriedenheit über Korruption und Repression. Auslöser dieser Unruhen sind Hungerkatastrophe im Norden und die von der Ölkrise ausgelösten Preissteigerungen.
Kaiser Haile Selassie wird am 12.09. gestürzt. Eine provisorischer Militärverwaltungsrat (amharisch: Derg) übernimmt unter Führung von Oberstleutnant Mengistu Haile Mariam die Macht.
Weitere Aufstandsbewegungen im Norden stellen zunehmend eine Herausforderung für das neue Regime dar. Als 1977 Präsident Carter die Waffenlieferungen einstellt, erfolgt der politische Bruch mit den USA. Trotzdem bittet Mengistu bei der somalischen Invasion im Ogaden im Juli die USA noch einmal um militärische Hilfe. Dies wird von der USA Regierung abgelehnt.
Danach wendet sich Mengistu an die Sowjetunion und Kuba. Mit deren massiver Hilfe werden die somalischen Truppen im Frühjahr zurückgedrängt.
Lange Dürrephase ab 1984 lösen Hungerkatastrophen aus. Die Regierung verfügt daher umfangreiche Umsiedlungen aus den chronischen Dürregebieten im Norden und Nordosten in das fruchtbare Gebiete des Westens und Südwestens. Die vom westlichen Ausland erhobene massive Kritik an den Begleitumständen dieser Aktion führt 1988 zur Aussetzung der Umsiedlung. Der Bürgerkrieg tobt weiter.
Im Mai 1991 flieht Mengistu nach Simbabwe. Mit der Einnahme von Addis Abeba Bürgerkrieg durch die TPLF und EPRDF endet der Bürgerkrieg.
Alle alle politischen Gefangenen werden aus der Haft entlassen.
Im Juli 1991 wir eine Nationalkonferenz einberufen, die politischen und ethnischen Gruppen Äthiopiens, die zu Mengistu in Opposition gestanden hatten nehmen daran teil.
Unter Anleitung eines Parlamentarischen Rates wird auf dieser Nationalkonferenz eine Charta mit politischen und sozialen Zielen für eine Übergangsregierung verabschiedet. Wichtigste Übereinkunft, allen Nationalitäten und insbesondere Eritrea wird das Recht auf "Selbstbestimmung bis einschließlich Sezession" eingeräumt.
Meles Zenawi wird Staatspräsident und Präsident des Rates.
Im April 1993 bildet Eritrea weine eigene provisorische Regierung. Das durchgeführte Referendum ergibt eine große Mehrheit für die Unabhängigkeit Eritreas.
Die Selbstständigkeit bedeutet für Äthiopien die Abkopplung vom Meer und den Verlust der Häfen. Zwar wird eine enge Zusammenarbeit vereinbart, aber mit der im Mai 1998 eritreischen militärischen Eroberung eines Gebietsstreifens an der Nordgrenze (Badme) beginnt ein militärischer Konflikt zwischen beiden Staaten, der im Juni 2000 mit einer Waffenstillstandsvereinbarung beendet wird.
Am 12.12.2000 wird ein Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Eritrea abgeschlossen.