Namibia

Allgemeine Informationen

FLÄCHE:

824.292 qkm.

BEVÖLKERUNGSZAHL:

1.767.000

BEVÖLKERUNGSDICHTE:

2 pro qkm.

HAUPTSTADT:

Windhoek. Einwohner: 161.000

GEOGRAPHIE:

Namibia liegt im südwestlichen Afrika. Das überwiegend karge Land grenzt im Norden an Angola, im Osten an Botswana und im Süden an Südafrika, der Caprivi-Zipfel, eine schmale Landzunge im Nordosten des Landes, grenzt an Sambia und Simbabwe. Der 1280 km lange Küstenstreifen ist einer der eindruckvollsten der Welt. Die riesigen Wanderdünen der Namib-Wüste an der Küste erstrecken sich 80-130 km landeinwärts (bedecken damit 15% der gesamten Landesfläche). Die Ausläufer eines von Nord nach Süd verlaufenden Plateaus senken sich nach Osten zur Kalahari-Wüste hin ab. Im Nordwesten erheben sich die 66.000 qkm umfassenden Kaokoveld-Berge, tiefer im Landesinneren erstreckt sich die riesige Etoscha-Pfanne. Gras- und Buschland umgibt diesen flachen, oft ausgetrockneten Salzsee, der Heimat zahlloser Wildtiere ist. Das Etoscha-Tierreservat ist eines der schönsten Afrikas und von Menschenhand fast völlig unangetastet.

STAATSFORM: Republik (im Commonwealth) seit 1990. Verfassung von 1990. Parlament: Nationalversammlung mit 78, Nationalrat mit 26 Mitgliedern. Staatsoberhaupt: Samuel (Sam) Daniel Nujoma, seit 1990; Direktwahl alle 5 Jahre. Regierungschef: Hage Gottfried Geingob, seit 1990. Namibia wurde als letzte Kolonie Afrikas 1990 unabhängig (ehemalige deutsche Kolonie Südwestafrika, seit 1920 von Südafrika verwaltet).

SPRACHE: Amtssprache ist Englisch. Afrikaans ist Umgangssprache. Deutsch ist verbreitet; zahlreiche afrikanische Sprachen wie Ovambo und Herero werden ebenfalls gesprochen.

RELIGION: Protestanten (62%), Katholiken (20%) und Naturreligionen.

ORTSZEIT: MEZ (UTC + 1); September bis April: MEZ + 1 (UTC + 2).

Geschichte im Schnelldurchlauf

Ende des 15. Jhd. landeten Portugiesen an der namibischen Küste.
Im 19.Jhd. bestanden in Südwestafrika Spannungen zwischen den schwarzafrikanischen Herero und den aus dem Kapland zugewanderten Nama (Khoi-Khoi); beide Völker waren Rinderzüchter.
1884 wurde Südwestafrika deutsches Schutzgebiet. Große Aufstände der Herero und Nama wurden 1904-1906 in einem Vernichtungskrieg niedergeschlagen; seitdem gewannen weiße Siedler maßgeblichen Einfluss auf die Politik.
Im 1. Weltkrieg eroberten südafrikanische Truppen das Land, das 1919 der Südafrikanischen Union als C-Mandat des Völkerbunds überlassen wurde.
Nach 1945 weigerte sich Südafrika, die UN als Rechtsnachfolger des Völkerbunds anzuerkennen, denn die UN setzten Unabhängigkeit unter einer einheimischen Mehrheitsregierung als Endziel der Treuhandverwaltung fest.
Stattdessen übertrug Südafrika nach 1948 die Apartheid-Politik auf Südwestafrika, verwies die Nicht-Weißen auf begrenzte „Heimatländer” (Homelands) und sicherte den Weißen die Erhaltung ihrer Vorrechte zu. Hiergegen organisierte sich der innenpolitische Widerstand vor allem durch die Befreiungsbewegung SWAPO (South West African People's Organization).
1966 erklärte die UN-Vollversammlung das Mandat für erloschen, setzte 1967 einen Internationalen Verwaltungsrat ein und gab dem Land 1968 den Namen Namibia.
Unter internationalem Druck und angesichts der seit 1975 veränderten Lage in der Region erklärte sich die Regierung von Südafrika bereit, Namibia bis Ende 1978 die Unabhängigkeit zu gewähren.
Über die Verfahrensweise (besonders die Anwesenheit von UN-Truppen) kam jedoch keine Einigung mit den UN zustande. Die SWAPO wurde von den UN mehrfach zur legitimen Vertreterin Namibias erklärt. Sie führte von Angola aus einen Guerillakrieg gegen die südafrikanischen Truppen in Namibia.
1978 abgehaltene Wahlen ohne Teilnahme der SWAPO wurden von den UN nicht anerkannt. Nachdem seit 1985 eine schwarze Interimsregierung ohne die SWAPO amtierte, kam es 1988 zwischen Angola, Kuba und Südafrika zu einer Einigung über freie Wahlen in Namibia und den Abzug kubanischer Truppen aus Angola.
1989 wurde eine verfassunggebende Versammlung gewählt, in der die SWAPO die Mehrheit gewann.
Am 21. 3. 1990 erfolgte die Proklamation der Unabhängigkeit des Landes, das nach seiner Verfassung eine präsidiale Republik ist.
Die SWAPO stellte mit S. Nujoma den ersten Staatspräsidenten. Namibia wurde Mitglied des Commonwealth und der UNO. 1994 ging die Exklave Walfischbucht endgültig in namibischen Besitz über. Bei Wahlen im selben Jahr wurde Nujoma im Amt bestätigt. Die SWAPO gewann eine Zweidrittelmehrheit im Parlament, die sie bei den Wahlen 1999 verteidigen konnte.
Nujoma gewann 1999 zum dritten Mal die Präsidentschaftswahlen. Für besonders Geschichtsinteressierte empfehle ich die Website von:

NAMIBIA LIBRARY OF DR. KLAUS DIERKS




Etosha - Ort des trockenen Wassers