Etosha, ein Ort der Extreme, mal ausgetrocknete weiße Wildnis und mal üppiges grünes Land mit all seiner Fülle.

Der große weiße Platz

Die glühende Hitze, reflektiert von der weißen Oberfläche, lässt die Luft flirren und zaubert geisterhafte Formen von Tieren, die am Horizont über die weite Ebene zu schweben scheinen. Etosha, ein Ort der Extreme, mal ausgetrocknete weiße Wildnis und mal üppiges grünes Land in all seiner Fülle. Es ist ein Wildschutzgebiet das seinesgleichen sucht, eines der letzten Garten Eden der Welt und eine Zufluchtsstätte für viele vom Aussterben bedrohte Tierarten Afrikas, inklusive des Spitzmaulnashorns, der Pferdeantilope und des Schwarzgesicht-Impalas. Der bereits 1907 gegründete Etosha Nationalpark, im Norden Namibias, gehört zweifelsfrei zu den Haupttouristenattraktionen des Landes. Das Schutzgebiet ist mit seinen 22.270 km2 etwa halb so groß wie die Schweiz. Das Herzstück ist jedoch die 5.000 km2 große vegetationslose Salzpfanne, die Etosha Pan. In der Sprache der Ovambo heißt Etosha „der große weiße Platz“. Aus gutem Grund nennen sie die Pfanne auch den Ort des trockenen Wassers.

Ein Meer aus rosafarbenen Leibern

Etosha ist ein riesenhaftes abflussloses Becken und ein Teil der Kalahari Senke, die sich bis nach Botswana ausdehnt. Klimatische Veränderungen und topographische Bewegungen vor 2 bis 10 Millionen Jahren bewirkten, dass der Kunene Fluss seinen Verlauf änderte und seinen Weg direkt in den Atlantischen Ozean suchte. Er ließ dabei den ehemals großen Binnensee nach und nach austrocknen und zurück blieb eine scheinbar endlose Vertiefung aus blassem grünlichweißen Lehm, Schwemmsand und mineralischen Salzen in der sengenden afrikanischen Sonne. Lediglich in regenreichen Jahren sammelt sich für kurze Wasser in der Pfanne. Das ist die Zeit der Flamingos. Tausende dieser Vögel verwandeln, die sonst weiße brüchige Landschaft, in ein wogendes Meer aus zartrosafarbenen Leibern.

Erfolgreiche Tierbeobachtung

Das an die Salzwüste grenzende Grasland geht in eine Trockenbuschsavanne über und der etwas feuchtere Ostteil wird von einer Baumsavanne bedeckt. Sie ist unter anderem der Lieferant der besonders von den großen Elefantengruppen geschätzten Mopane Bäumen. In riesigen Herden ziehen eine Vielzahl unterschiedlicher Antilopenarten, Zebras, Giraffen und Strauße auf der Suche nach Nahrung durch die Trockensavanne, gefolgt von ihren Jägern, wie Löwen, Leoparden und Geparden. Zahlreiche Geierarten erheben sich hoch in die Lüfte, um sich anschließend schreiend über die Reste der Raubtiermahlzeiten herzumachen. In den Trockenzeiten sammeln sich die Wildtiere an den über etwa 100 natürlichen und künstlich angelegten Quellen und Wasserstellen, wovon etwa 30 mit optimalen Voraussetzung zur erfolgreichen Tierbeobachtung versehen sind. Neben den 113 Säugetier- und etwa 110 Reptilienarten, sind zudem ca. 340 Vogelarten im Etosha Nationalpark beheimatet.

Für Nachtschwärmer

Der Südwinter, zwischen Juni und September, ist die beste Zeit um die Tiere zu beobachten. Aufgrund der Trockenzeit konzentriert sich das Wild dann an den Tränken. Eine immer Wasser führende Stelle ist Namutoni, am Osteingang des Parks. Bereits frühe Jäger und Reisende wussten diesen Platz zu schätzen und während der Kolonialzeit, vor 1900, errichtete die deutsche Schutztruppe an dieser Stelle ein Fort. Die alte denkmalgeschützte weiße Festung ist das Zentrum des Namutoni Resort, dass dem Besucher Unterkunft von der Luxussuite bis zum normalen Zimmer bietet. Vom Wachturm aus sind auch während der Nacht Beobachtungen an dem mit Flutlicht erhelltem Wasserloch möglich. Am südlichen Parkzugang befindet sich Okaukuejo, das älteste Camp in Etosha. Neben der Verwaltung und dem Etosha Ecological Institute, bietet es Luxus-, Standardbungalows und auch Zeltplätze zur Übernachtung an. Hier ist ebenfalls für Nachtschwärmer das Wasserloch beleuchtet und bietet somit die Chance auch scheue Nachttiere zu entdecken.

Halali in Etosha

Auf halben Weg zwischen den beiden Camps, umgeben von einer Reihe der beliebtesten Wasserlöcher des Parks, liegt das 1967 eröffnete Halali Resort. Wie eine Jagdhornfanfare, die mit dem „Halali“ das Ende der Jagd signalisiert, verweist auch hier der Name darauf, dass es mit der Jagd im Etosha Nationalpark für alle Zeiten vorbei ist. Dem Besucher stehen hier ebenfalls unterschiedliche Unterkünfte sowie Schwimmbad, Restaurant, Grill und Picknickplätze zur Verfügung. Etwa 600 Meter außerhalb des Lagers befindet sich die während der Nacht beleuchtete Wasserstelle, die regelmäßig von Elefanten, Nashörnern, Löwen und Zebras frequentiert wird.

Photo: Hadit

Ort des trockenen Wassers