Auf Mahé kommen die meisten Besucher das erste Mal mit den Seychellen in Berührung.

Was dem Einen die Schwestern, sind dem Andern die Brüder

Obwohl die Seychellen bereits um 800 n. Chr. von arabischen Seefahrern auf ihrem Weg vom Morgenland nach Indien entdeckt wurden, nahm Vasco da Gama sie erst 1502, auf seiner zweiten Reise nach Indien, in die Seekarten auf. Auf der portugiesischen Seekarte erhielt der Archipel zunächst den Namen As sete irmas – die sieben Schwestern-, auf anderen Karten hingegen hieß er die Brüder. 1756 nahmen die Franzosen offiziell die Inselgruppe in Besitz und benannten sie nach dem Finanzminister von König Ludwig XV. Moreau de Séchelles. Sie begannen mit dem Aufbau einer Landwirtschaft und Gewürze einzuführen, doch nach militärischen Auseinandersetzungen 1814 trat Frankreich die Inseln offiziell an Großbritannien ab.
Bis zur Inbesitznahme durch Frankreich jedoch dienten die Inseln zahlreichen Piraten als Versteck und Zufluchtsort. So soll beispielsweise der legendäre Seeräuber La Buse seine Beute am Strand von Beau Vallon auf Mahé vergraben haben. Noch heute wird vergeblich danach gesucht, zumal auch die Schatzkarte, die er kurz vor seiner Hinrichtung 1730 erstellt haben soll, spurlos verschwunden ist.

Kontakt zu restlichen Welt

Genau auf dieser Granitinsel Mahé , benannt nach dem damaligen französischen Gouverneur auf Mauritius Bertrand Francois Mahé de Labourdonnais, kommen die meisten Besucher das erste Mal mit den Seychellen in Berührung. Das beruht jedoch weniger auf mystischen Gründen, als vielmehr auf der Tatsache, dass sich hier der einzige internationale Flughafen des Archipels befindet. Von den Engländern 1971 erbaut und der britischen Königin Elizabeth II. 1972 feierlich eröffnet, ist er, als Zentrum für den Kontakt zu restlichen Welt, der ganze Stolz der Inselgruppe, ebenso die beiden Haupthäfen, die auch Hochseeschiffen das Anlaufen ermöglichen.

Spektakuläre Buchten

Umgeben von Korallenriffen ist die Hauptinsel Mahé, mit einer Fläche von 154 km (27 km lang und 12 km breit), zugleich die größte Insel und zudem politisches und wirtschaftliches Zentrum der Seychellen. Etwa 75 idyllische weiße Sandstrände und etliche spektakuläre Buchten erwarten den Besucher. Die Strände Grand Anse, Baie Lazare und Anse a la Mouche im Westen zählen zu den schönsten der Insel. Gesäumt von sich leicht im Wind wiegenden Palmen lädt die zum Teil sanft wogende See zu einem erfrischenden Bad ein. Zahlreiche Wanderwege führen durch die allgegenwärtige üppige Vegetation der Insel. Vanille, Zimt, Patschuli und Zitronellgras verströmen einen schweren tropischen Duft. Wenngleich die Spuren des sorglosen Umgangs mit der Natur deutlich zu erkennen sind, findet der Besucher auf Mahé den größten Pflanzenreichtum vor. In höheren Lagen ist noch ursprünglicher Nebelwald anzutreffen. Mahé wird von einer Bergkette dominiert, die das Rückgrat der Insel bildet. Der höchste Gipfel Morne Seychellois erreicht eine Höhe von etwa 905 Metern, ist umgeben von dem gleichnamigen Naturpark und bietet einen perfekten Blick bis zur Hauptstadt Victoria.

Kreuz und Voodoo

Von den etwa 70.000 Bewohnern der Inseln leben 90% auf Mahé und davon wiederum ca. 30.000 in Victoria. Im Verlauf der vergangenen Jahrhunderte entwickelte sich die gemischte Bevölkerung der Seychellen, den Seychellois, aus den Abenteurern, Siedlern, Piraten, Verbannten, Sklaven und Aussteigern madagassischen, afrikanischen, indischen, ostasiatischen und französischen Ursprungs. Diese vielfältigen Einflüsse waren auch prägend für die Kultur der Seychellen. Die Elemente aus Afrika, Asien und Europa sind deutlich zu sehen. Auch die Sprache Kreolisch ist eher ein Sammelbegriff der unterschiedlichten Dialekte. Die von den ehemaligen Kolonialmächten gesprochenen Sprachen, vermischt mit den unterschiedlichsten Dialekten ergab schließlich ein Kreolisch aus dem Französisch stark herauszuhören ist. Obwohl sich 90% der Bevölkerung zum katholischen Glauben bekennen, fahren viele Seychellois doppelgleisig und ziehen insgeheim in einigen Fällen zusätzlich einen Tonton ( Zauberer) zu Rate. Dieser verwendet zur Ausübung seiner Dienste Pulver, Amulette, Puppen usw. und erinnert etwas an den westafrikanischen Voodoo-Kult.

Tanz unterm Sternenhimmel

Unabhängig von der Abstammung oder Religion, eines haben die Seychellois alle gemeinsam, den Spaß am Feiern. Unter klarem Sternenhimmel wird sich z.B. mit einer spontanen Feier auf das Wochenende vorbereitet. Auch Gäste sind willkommen mitzutanzen. Das Sport- und Freizeitangebot der Insel ist recht unterschiedlich. Im Nordwesten Mahés, an der Beau Vallon Bay ist das reichhaltigste Sportangebot der Seychellen zu finden. Das Angebot reicht von Segelbootverleih, Parasailing, über Wasserski und Windsurfing, bis hin zu Angel- und Tauchfahrten. Beliebt sind auch die Ausflüge im Glasbodenboot von Victoria aus zum nahegelegenen Ste. Anne Marine National Park, inklusive der Inseln Ste. Anne, Cerf, Long, Round und Moyenne. Ebenfalls von Victoria aus sind Touren und auch Flüge zu den anderen Inseln möglich.

Foto: Andrea / Andreaonline.de

Mahé - der erste Schritt in eine andere Welt