Eine Welt bald ohne Buschmänner?


Die letzten Ureinwohner des südlichen Afrikas kämpfen um ihr Überleben. Es wird langsam eng für die auch als Buschmänner bezeichneten letzten Khoisangruppen.

Geschichtlicher Überblick

Wenn eine Volksgruppe den Anspruch erheben kann, die Ureinwohner des südlichen Afrikas zu sein, so sind es die San und Khoi-Khoi.

Die ersten Nachrichten über "Bosmanneken oder Bojesmann" tauchten um 1655 auf. Der Name Buschmann aber selbst erst 1719. Der Holländer Peter Kolb fasste diese kleinwüchsigen Ureinwohner unter dem Namen "Buschjes Mannes" zusammen. Auf Grund ihrer kriegerischen Aktivitäten waren sie selbst bei den Khoi-Khoi (Hottentotten) gefürchtet.
Die Herkunft dieses Namens wird durch Augustin de Beaulieu in seinen Reiseberichten aus den Jahren 1620 und 1622 so beschrieben:
"Bei der Begegnung mit uns ist ihr Gruß gewöhnlich ein vom Tanz begleitetes Lied, das am Anfang, in der Mitte und am Ende aus Hautitou besteht." Jón Ólafson bestätigte dies im Jahre 1623:
"Ihr Tanz ging so: Indem sie das Wort Hottentot aussprachen, schnalzten sie mit zwei Fingern." Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Wort "Hottentotten" als menschenverachtende Bezeichnung der Khoi-Khoi benutzt.

Aus Khoi-Khoi und San wurde Khoisan

Die weitverbreitete Bezeichnung Khoisan entstand aus der Annahme heraus, dass Khoi-Khoi und Buschmänner (San) zu einer gemeinsamen ethnischen Gruppe gehörten. Der Name Khoisan wurde 1928 von Leonhard Schulze vorgeschlagen und geprägt.





Die eigentlichen Ureinwohner des südlichen Afrika stehen vor den Aus

Jahrhunderte lang verfolgt, gedemütigt und getötet, ist es dennoch einigen Familien gelungen, bis zum heutigen Tag zu überleben. Schon bis in die unwirtlichen Weiten der Kalahari vertrieben, haben sie Überlebungsstrategien entwickelt wie kaum ein anderer Volksstamm auf dieser Welt. Nun werden sie erneut bedroht: Die Regierung Botswanas kann sich die monatlichen Kosten von etwa 9000 Euro für die Wasserversorgung angeblich nicht mehr leisten. Die Vermutung liegt nahe, dass die San dem Luxus-Tourismus im Kalahari- Naturpark im Wege stehen.

Weichen wegen Luxustourismus und Diamanten

Große Diamantenfelder, die dort vermutet werden, sind des weiteren ein Grund, diesen letzten, noch circa 400 dort lebenden Buschmännern ihre Existenz zu nehmen. Das Einstellen der Wasserversorgung ist wohl der letzte Akt einer langfristigen Strategie zur Vertreibung aller Buschmänner aus dem Naturpark. Bereits 1997 wurden rund 2500 Buschleute in ein Umsiedlungslager außerhalb des Naturparks transportiert.
Die noch verbliebenden Familien waren dauernden Repressalien ausgesetzt, unter anderem aufgrund ihrer Jagdtechnik, die sie seit Tausenden von Jahren mit Pfeil und Bogen ausführen. Nach glaubhaften Meldungen wurden einige von ihnen bei ihrer Jagd von Wildhütern aufgegriffen und getötet. Hier sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Buschmänner nur zur Jagd gehen, um ihren persönlichen Nahrungsbedarf zu decken. Erhebungen haben eindeutig bewiesen, dass durch diese Art der Jagd niemals der Wildbestand gefährdet war oder ist.
Die Europäische Union ist bei der Regierung in Botswana vorstellig geworden und bat sie, die Buschmänner in ein umfassendes Projekt mit einzubeziehen. Leider haben die dafür zuständigen Stellen bis heute nicht darauf reagiert.

Was können wir von ihnen lernen?

Wir sollten uns die Frage stellen, ob wir es als moderne Menschen uns leisten können, darauf zu verzichten, was die Buschmänner uns über die Natur lehren können ohne sie zu zerstören. Sie haben uns über Jahrtausende vorgelebt, dass es möglich ist, menschliche Bedürfnisse mit der Natur in Einklang zu bringen. Nicht zu vergessen die Felszeichnungen, die uns die San hinterlassen haben, von denen einige 20.000 Jahre alt sind.

Vor 100 Jahren hörten sie auf zu malen, als sie in die Kalahari vertrieben wurden.

Hilfe aus Europa

Vielleicht sollten die Europäer dahingehend die Afrikaner überzeugen, den Khoisan ein Gebiet zu geben, das ihr Überleben sichert.

Aber es geht nicht ohne europäische finanzielle Hilfe für die betroffenen Länder Namibia, Botswana und Südafrika.

Europa sollte wegen der geschichtlichen Vergangenheit nicht davor zurückscheuen, den Afrikanischen Menschen weiter zu helfen.

Afrika braucht allerdings dringend finanzielle Hilfe zur Selbsthilfe.
Schulen für Afrika ist eines der wichtigsten Projekte, helfen Sie mit.

Vielleicht werden sich ja weitere Karl Heinz Böhms finden, die ohne Profitdenken eine christliche Botschaft beherzigen: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst".

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