Die ewig junge Mutter

Guter Hoffnung in Kapstadt: Mit "vereenigde" Kräften ist aus der ehemals holländischen Kolonie eine multikulturelle Weltstadt geschaffen worden.

Nach wochenlanger strapaziöser Fahrt entlang der afrikanischen Westküste erreichten am 6. April 1652 drei Schiffe der Vereenigde Oost-Indische Company die Tafelbucht. Mit an Bord war Jan van Riebeck. Er hatte von der VOC den Auftrag erhalten an dieser Stelle eine Versorgungsstation für die von und nach Indien fahrenden Schiffe zu errichten. Es wurde eine Krankenstation und ein Dock zur Ausbesserung der Schiffe erbaut und die Fundamente für eine Festung gelegt. Sie tauschten Vieh mit den Khoikhois und für die an Vitaminmangel leidenden Seeleute legten sie zu Füßen des Tafelberges einen Gemüsegarten an. Noch 27 Jahre nach der Ankunft van Riebeck lebten nur etwa 700 Menschen in der Siedlung. Erst Simon van der Stel verwandelte während seiner 20-jährigen Amtszeit den einst isolierten Handelsposten und kleinen Versorgungspunkt in eine florierende Kolonie – das heutige Kapstadt.

Die Mutterstadt Südafrikas

Heute ist ein Besuch nach Kapstadt mit weitaus weniger Strapazen verbunden, jedoch eines ist geblieben: die Faszination für diesen Ort. Innerhalb der letzten Jahre hat sich Kapstadt zu einem immer beliebteren Urlaubsziel entwickelt. Ein Besuch in der Mutterstadt Südafrikas ist für jeden Touristen ein einmaliges Erlebnis. Die 200.000 Hektar große Stadt erstreckt sich heute vom Blaubergstrand im Norden bis zum Kap der Guten Hoffnung im Süden, zwischen den Ozeanen über weite Teile der Ebene bis Kraaifontein im Osten. Von der Sonne verwöhnt, schmiegt sich die Stadt an den Fuß des 1086 Meter hohen Tafelbergs, dem Wahrzeichen Kapstadts, auf dem es mehr als 1470 Pflanzenarten gibt und der 1957 zum Nationaldenkmal ernannt wurde. Mit der Cableway auf den Tafelberg zu fahren, gilt als ein besonderes Erlebnis. Die sich drehenden Gondeln erlauben eine herrliche Rundumsicht.

Ein Erlebnis auch für Lauffaule

Ein Spaziergang durch den eigentlichen Stadtkern, mit seinen vielen historischen im viktorianischen und georgianischen Stil errichteten Gebäuden, zahlreichen Geschäften, schicken Bistros und Fast-Food-Restaurants, ist mit Hilfe einer Straßenkarte auch für Lauffaule sehr gut zu bewältigen. Das Castle of Good Hope, das älteste von Weißen errichtete Gebäude des Landes, gewährt dem Besucher, in einer ständigen Ausstellung, Einblicke in das Alltagsdasein am Kap im 17. und 18.Jahrhundert.

Ebenfalls der älteste seiner Art in Südafrika ist der heute 5,5 Hektar große Company Garden mit einem Duftgarten, netten Cafés und einer Fülle von Blumen, Bäumen, Teichen, Volieren und Rasenflächen. Am Ende des ehemaligen Gemüsegartens van Riebecks, vorbei am Parlamentshaus und dem Tuynhaus – der Amtssitz des Präsidenten und der Ministerien –, liegt die südafrikanische "National Gallery", das "South African Museum" und das Staatsarchiv.
Südafrikanischer Wein, Weib und Gesang – die bunt gemischten, am Kap gestrandeten Völkerschaften machen Kapstadt zur versatilen Schlemmerhauptstadt.


Nördlich der Innenstadt von Kapstadt liegt das einst verwahrloste Werftviertel, das heute als eines der größten Touristenattraktionen der Kap-Provinz bekannt ist: die Victoria and Alfred Waterfront. Am touristischen Nabel Kapstadts geben über vierzig Restaurants, Kneipen, Geschäfte und Kinos auf relativ engem Raum die Garantie dafür, dass immer etwas los ist und natürlich gibt es jede Menge Live-Musik. Für all diejenigen, die entlang der Waterfront eine Reintour machen möchten, gibt es außer Taxis einen Shuttlebus von und ins Zentrum. Gleich neben dem Bahnhof befindet sich das Touristenbüro Captour. Dort sind Auskünfte, Broschüren und Kartenmaterial erhältlich. Mehr als 100 Hotels aller Kategorien und zahllose Guesthouses und Bed & Breakfast-Unterkünfte bieten Übernachtungsmöglichkeiten in Kapstadt an.

Kulinarisches Paradies dank Multi-Kulti

Kapstadt zählt unter anderem zu den südafrikanischen Jazzhochburgen und findige Fremdenverkehrsstrategen haben sogar eine -Jazz-Route zusammengestellt. Die aktuellen Broschüren dazu, wie auch die Spielpläne für Theater und Konzerte, gibt es ebenfalls bei Captour. Obwohl aus "der Ferne die Trommeln zu hören" sind, scheint Kapstadt weit entfernt vom restlichen Afrika.

Nirgendwo in Südafrika leben so viele Völker und Rassen zusammen wie in Kapstadt. Die nach Sport verrückten Kapstädter verstehen es, verwöhnt von der Schönheit der Umgebung und den grenzenlosen Freizeitmöglichkeiten, das Leben in dem Schmelztiegel der Kulturen zu genießen. Der bunten Mischung der hier gestrandeten Völkerschaften wie Malaien, Holländer, Portugiesen, Franzosen, aber auch Deutschen, die an der Entwicklung der traditionellen Kap-Küche beteiligt waren, sowie der gesamten Bandbreite der Ethnic-Food-Palette verdankt Kapstadt den Rang der Schlemmerhauptstadt. Nicht zuletzt spielen die hervorragenden Weine aus der Region eine tragenden Rolle dabei.

Topless durch die Stadt

Zahlreiche Unternehmen bieten Touren und Führungen durch die Stadt, nach Robben Island, wo Nelson Mandela 27 Jahre seines Lebens als Gefangener verbrachte, ins Umland, wie beispielweise zu den Winelands, und in die Townships an. Letztere sollten ausschließlich mit einem erfahrenen Guide unternommen werden. Auch Wanderungen und Radtouren stehen im Programm. Für weniger Sportive empfiehlt sich eine "Topless-Tour" durch die Stadt. Dabei handelt es sich nicht um eine "Oben ohne Veranstaltung", sondern um einen offenen Doppeldeckerbus, der im Stundentakt nach dem Hop-on Hop-off-Prinzip zwischen Waterfront und Signal Hill verkehrt.

Und last but not least:

Das Wetter am Kap.

Besonders in den Monaten zwischen Mai und August – dem südafrikanischen Winter – bringt es Überraschungen mit sich.

Kräftige Westwinde werden häufig von Niederschlägen begleitet und lassen die Temperaturen auf unter 15° C sinken.

Weitaus verlässlicher dagegen ist der Sommer mit durchschnittlich 26° C und viel Sonnenschein.

Photo:
HADIT, SATours

Ein einmaliges Gesamtwerk über Südafrika
Von Südafrika fasziniert haben sich die Autoren etwas ganz besonderes ausgedacht.

"Es ist einfacher etwas zu lieben was man kennt und versteht".

Unter diesem Motto ist nach jahrelanger Recherche ein einzigartiges Nachschlagewerk zum Thema Geschichte und Kulturen Südafrikas entstanden.

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