Indische Südafrikaner

Indische Südafrikaner
(Kurzform, ausführlicher + Bilder auf unserer DVD)

Die Geschichte der südafrikanischen Inder geht bis in das Jahr 1652 zurück und beginnt mit der Ankunft muslimischer Exilanten aus Indien am Kap, unter dem Reglement der VOC.

In Natal markierte die Ankunft der vertraglich verpflichteten Inder, im Jahre 1860, die Anfänge eines organisierten Entwurfes. Nach etlichen, jedoch meist erfolglosen Versuchen der weißen Bauern in Natal eine geeignete Agrarpflanze für dieses Klima zu finden, zeigte sich die Anpflanzung von Zuckerrohr recht vielversprechend. Der Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrohr im lukrativen Ausmaß erwies sich jedoch als sehr aufwendig und arbeitsintensiv.

Die in Natal lebenden Afrikaner waren nicht daran interessiert unter den angebotenen Bedingungen zu arbeiten. Die Farmer, bestrebt mit einem möglichst geringen Aufwand hohe Erträge zu erwirtschaften, suchten händeringend nach einer Lösung und entsannen sich der britischen Kolonien, insbesondere Indien.

An Bord des Schiffes "Truro" erreichten die ersten etwa 340 Inder Durban am 16. November 1860. Etwa 90 % von ihnen waren Tamilen und kamen aus dem südindischen Gebiet um Madras. Besonders apart war ihre Art und Weise sich zu kleiden, ihre Religion, Kultur und ihre Essgewohnheiten.

Als Halt und zum Ausgleich der schlechten Arbeitsbedingungen auf den Feldern errichteten sie, an der Tradition festhaltend, kleine Shrine und Tempel um ihrem Glauben gemäß leben zu können.

Der Bedarf an Gebrauchsgütern wie beispielsweise Gebetsgütern, religiösen Büchern, speziellen Kochutensilien, Gewürzen und Kleidungsgegenstände machte es unumgänglich all diese Dinge zu importieren.

So verwundert es nicht, dass den - Vertrags-Indern- eine Welle indischer Händler folgte, die sich innerhalb kürzester Zeit sehr erfolgreich zeigten. Bis 1911, als die indische Einwanderung generell gestoppt wurde, wanderten etwa 152.180 Inder in Natal ein. Die Zeitarbeiter hatten nach Erfüllung ihres Vertrages die Möglichkeit ihr Arbeitsverhältnis um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Im Gegenzug dafür bot man ihnen nach Ablauf der zweiten Verpflichtung entweder eine kostenlose Heimreise, oder ein Stück Land an. Letzteres wurde jedoch nur bis 1890 angeboten.

Etwa die Hälfte der - eingeführten- Inder kehrten in ihre Heimat zurück. Während Orange Free State die Zuwanderung der Inder 1890 gesetzlich verbot (dieses Gesetz hatte im übrigen bis 1978 Gültigkeit) zogen einige Händler bis nach Transvaal, wenige in die Kapregion und viele in das Zentrum von Durban, wo sie tausendfach in Baracken lebten und ihre Waren feilboten.

Auflagen von Seiten der Regierung und Steuern führten dazu, dass die Inder begannen sich zu organisieren, um frühzeitig ihre Rechte und Interessen zu verteidigen Einer dieser Interessenvertreter, der im Auftrag einer indischen Firma als Anwalt 1893 nach Südafrika entsandt wurde, war Gandhi. Nach einschneidenden persönlichen Erlebnissen entwickelte er seine Formen des gewaltlosen Widerstandes und war 1894 Gründer des NIC (Natal Indian Congress).

Der NIC vertrat vor allem die indischen Einwanderer gegen die diskriminierenden Rassengesetze und wurde zum Vorbild weiterer Organisation wie beispielsweise dem ANC und SAIC - dem South African Indian Congress.

Die Lage der Inder blieb jedoch schlecht. Die Versuche der Regierung die Inder durch Förderungen zur Heimreise zu bewegen, blieben in den folgenden Jahrzehnten ohne nennenswerten Erfolg. Die Regierung richtete 1961 das von den Indern ungeliebte Ministerium für indische Angelegenheiten ein. Durch diese Maßnahme ergab sich zwar für die Inder die amtliche Anerkennung als permanente Bevölkerungsgruppe in Südafrika, dennoch durften sie und ihre Kinder, als Nicht-Weiße, die Schulen und Einrichtungen der Weißen nicht in Anspruch nehmen. Sie wurden aktiv und begannen für die Bildung und Erziehung ihrer Kinder eigene Privatschulen zu errichten.

Der Beitrag der Inder zur südafrikanischen Lebensweise wird unter anderem deutlich in einem breiten Spektrum wie Bildung, Sport, Kunst, Musik, Fürsorge, Politik und Küche .

Ihre Sprache, Religion und Kultur waren die stärksten Kräfte, die ihre Gemeinschaft während den schweren Zeiten zusammen hielten und zusammen wachsen ließen.

Seit frühsten Zeiten errichteten sie in Südafrika Shrine, Tempel und Moscheen. Ein eindrucksvolles Beispiel der Muslime ist in der Greystreet in Durban die Juma Musjid Moschee.

Um die Jahrhundertwende von indischen Einwanderern errichtet, soll sie die größte ihrer Art in der südlichen Hemisphäre sein. Die meisten, der südafrikanischen Inder sind gläubige Hindus mit dem zugehörigen Kastensystem, wobei die Regeln jedoch, aufgrund des starken westlichen Einflusses, wesendlich gelockert wurden.

Ein einmaliges Gesamtwerk über Südafrika
Von Südafrika fasziniert haben sich die Autoren etwas ganz besonderes ausgedacht.

"Es ist einfacher etwas zu lieben was man kennt und versteht".

Unter diesem Motto ist nach jahrelanger Recherche ein einzigartiges Nachschlagewerk zum Thema Geschichte und Kulturen Südafrikas entstanden.

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