Western Cape - Kap der Stürme

Western Cape ist die viertgrößte Provinz Südafrikas. Alljährlich zieht es dorthin, an die Südwestspitze des Landes, mehr ausländische Besucher als in jede andere südafrikanische Provinz. Besonderer Popularität erfreut sich die Millionenstadt Kapstadt mit dem weltberühmten Tafelberg, seiner Waterfront und einem regsamen Nachtleben. Im Botanischen Garten am Osthang des Tafelberges bekommt der Besucher einen umfassenden Einblick in die einzigartige Flora um das Kap.

Die Kaphalbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung, die Garden Route, der Karoo National Park und Oudtshoorn als Weltzentrum der Straußenzucht zählen zu den weiteren Highlights für Tausende von Touristen. Als einzige Region Südafrikas kommt das Westkap in den Genuss des regenbringenden Westwindes. Heiße, trockene Sommer und regenreiche, milde Winter ähneln dem Klima des Mittelmeerraums. Der fruchtbare Boden der Provinz ermöglicht eine erfolgreiche und ergiebige Landwirtschaft: Weizen, Obst, Gemüse und nicht zuletzt der Weinanbau haben dieses Gebiet weltbekannt gemacht.

Robben Island – erst Sträflinge, dann Weltkultur

In der Tafelbucht, circa sieben Kilometer westlich von Bloubergstrand, liegt Robben Island. Die 547 Hektar-Insel bietet Lebensraum für Seehunde, Pinguine, Antilopen und die größte Möwenkolonie der südlichen Hemisphäre. Schon seit Beginn der Besiedlung Südafrikas durch Europäer diente sie als Sträflingsinsel. In die Schlagzeilen der Weltpresse gelangte sie jedoch durch ihren berühmten Gefangenen, Nelson Mandela, der dort 18 Jahre seines Lebens als Häftling zubringen musste.

Vom fliegenden Holländer

Südlich von Kapstadt erstreckt sich die Kaphalbinsel mit dem Cape of Good Hope Nature Reserve, seit 1939 ein Naturschutzgebiet, das Antilopen, Strauße, Zebras und Paviane beherbergt, und dem noch etwas weiter südlich gelegenen 200 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Cape Point. Es bietet eine tolle Aussicht über die gesamte Falsebay und die tosende Brandung am Kap der Stürme. Hier entstand die Legende vom "fliegenden Holländer": 1641 umschiffte der holländische Kapitän Hendrick van der Decken das Kap auf dem Weg von den Gewürzinseln der ostindischen Molukken nach Europa. Vor Cape Point musste er gegen die raue See ankämpfen. Das Schiff drohte zu sinken und der Kapitän schloss in seiner Panik einen Pakt mit dem Teufel. Seit dieser Zeit kreuzt das Geisterschiff des Holländers mit seiner Geisterbesatzung über die Meere und bringt demjenigen Unglück, der es zu Gesicht bekommt.

Am südlichsten Punkt Afrikas scheiterte einst der "fliegende Holländer" in den Stürmen rund um das Kap - auch Wale suchen Schutz in den Buchten, um ihre Jungen aufzuziehen.


Kinderstube der großen Meeressäuger

Weniger Unglück als vielmehr ein unvergessliches Schauspiel bekommt der Besucher alljährlich zwischen Mai und Dezember bei Hermanus geboten. Mit einem "Horn" aus getrocknetem Seetang verkündet ein städtischer Walrufer die Ankunft der Wale. Um ihre Jungen zur Welt zu bringen, tauchen im Mai als erste die Buckelwale in der Bucht auf. Etwa einen Monat später suchen auch die ersten Grauwale Schutz vor den Stürmen des Atlantiks. Die Wale kommen dicht an die Küste, allein oder in kleinen Gruppen, zur Paarung, zum Kalben und zur Aufzucht ihrer Jungen. Die Felsen der Küste bei Hermanus bieten einen perfekten natürlichen Aussichtspunkt, um einen Blick in die Walkinderstube zu werfen.

Treffpunkt der Ozeane

Etwas weiter im Südosten liegt Cape Agulhas, der südlichste Punkt des Kontinents. Tückische Felsnadeln, denen dieses Kap den Namen verdankt, haben von jeher Angst und Schrecken unter gestandenen Seeleuten verbreitet. Wohl zurecht, denn so manches Schiff fand dort sein Ende, wie im Schiffswrackmuseum in Bredasdorp zu sehen ist. Überwacht von dem zweitältesten Leuchtturm Südafrikas, treffen vor den Klippen von Cape Agulhas der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander.

Bucht der Muscheln

Den westlichsten Punkt der 230 Kilometer langen Garden Route bildet Mossel Bay, ein Ferienort mit schönen Badestränden. Den zahlreichen Muscheln, die hier zu finden sind, verdankt der Ort seinen Namen. In der Zeit als Reisen noch ein gefährliches Abenteuer war, landete Bartholomeu Diaz 1488 in der Muschelbucht. Auf der Suche nach dem dringend benötigten Frischwasser gelang ihm als erster Europäer die Landung an der südafrikanischen Ostküste. Ein weiteres Relikt aus alten Tagen ist der Old Post Office Tree. Seefahrer aus aller Welt nutzen auf ihren Reisen seit dem 15. Jahrhundert diesen Baum als Postumschlagsplatz und Briefkasten.

Südafrikas alte Riesen

Von George aus führt die 65 Kilometer lange Strecke der Old Passes Road durch bewaldete Landschaft, vorbei an dem Wilderness-Naturschutzgebiet mit Rieseneriken, Riesenfarnen, Proteen und Orchideen, durch tiefe Schluchten und über schmale Brücken, fast bis nach Knysna. Die größten einheimischen Wälder Südafrikas liegen mit dem Knysna Forest und dem Tsitsikama Forest (36.400 Hektar) östlich der Stadt.

Einige der dort stehenden Baumriesen sind über 1000 Jahre alt und haben einen Umfang von zehn Metern. Die Undurchdringlichkeit des Waldes bietet den letzten der einst zahlreichen Knysna-Elefanten den nötigen Schutz. Der Hauptwirtschaftszweig dieser Stadt jedoch ist die Austernzucht, die zu den besten der Welt gehört. Die 17 Quadratkilometer große Lagune bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Fischen, Krabben, Garnelen, Schneckenmuscheln, seltenen Seepferdchen und Wasservögeln. Zudem eignet sie sich hervorragend zum Angeln, Boot- und Wasserskifahren.

Auge in Auge mit dem weißen Hai

Die Western Cape Provinz ist reich an Geschichte, Kultur und Touristenattraktionen und dies ist nur ein kleiner Ausschnitt – hier gibt es wirklich für jeden Geschmack etwas. Schöne Strände und herrliche Wellen lassen das Herz der Wassersportler höher schlagen. Für Liebhaber des Abenteuerurlaubs sind die Möglichkeiten einschließlich Bungeejumping, Fallschirmspringen und River-Rafting grenzenlos. Wem das nicht Kick genug ist, hat die Möglichkeit von Mossel Bay aus Käfigtauchfahrten zum großen weißen Hai zu unternehmen.

Schlemmen wie Gott in Südafrika

An der Westküste nördlich von Kapstadt kommen Seafood-Fans mit fangfrischem Fisch auf ihre Kosten. Auf keinen Fall sollte man sich eine Tour zu den Weinanbaugebieten entgehen lassen. Die verschiedenartigen Bodenbeschaffenheiten und die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen in der Western Cape Provinz bringen ein breites Spektrum an hervorragenden Weinen hervor. Hübsche Pensionen, zum Teil auch renovierte Herrenhäuser, in malerischer Landschaft gelegen, bieten dem Besucher neben ausgezeichneter Küche Übernachtungsmöglichkeiten in fast allen Weinanbaugebieten. Detaillierte Informationen zum Thema Wein und Anbaugebiete sind hier zu finden.

Bilder:HADIT, SATours

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