Kimberley, von der Halbwüste zur Diamatenmetropole

In the middle of nowhere

Seit ewigen Zeiten schlängelt sich der träge dahinfließende Vaal durch die vor Hitze flirrende Halbwüste. Nur hier und da ist das karge Hochveld dünn besiedelt und irgendwie mutet die Gegend gottverlassen an. Es scheint fast, als könne man noch das Knarren der Ochsenwagen hören. Barfüßige Kinder suchen bunte Steine von bestimmter Größe, um damit zu spielen. Was veranlasst den Menschen nun ausgerechnet hier, in the middle of nowhere, eine Stadt zu errichten? Die Antwort ist ein ebensolcher Stein, der durch Zufall 1866 von einem spielenden Kind am Ufer des Oranje Flusses gefunden wurde. Größer als die anderen Kiesel war er zwar für das Spiel nicht so recht geeignet, dennoch nahm der Farmersohn Erasmus Jacobs ihn mit, da er in der Sonne hübsch glitzerte. Ein Jahr später, nachdem das glitzernde Ding durch viele Hände ging, stellte sich heraus, dass es sich um den ersten in Südafrika gefundenen Diamanten handelte.

Das große Graben

In Windeseile verbreitete sich die Nachricht des spektakulären Fundes. Digger und Glücksritter aus der ganzen Welt packten ihre Ochsenkarren und zogen in die glühendheiße Hochebene. Aber nicht nur im Fluss, sondern auch in der Erde befanden sich die heißbegehrten Edelsteine. Um 1870 begann das -große Graben -, mit Schaufeln, Hacke und Eimern wühlten sie sich durch das Erdreich. Nach und nach entstand, mit einer Tiefe von 800 Metern und einem Umfang von 4,5Kilometer -The Big Hole-, der größte von Menschenhand erschaffene Krater der Welt. Ein Ort aus Zelten und Wellblechhütten entstand, in denen 1873 etwa 50.000 Männer lebten. Zu Ehren des damaligen Kolonialministers nannten sie ihn Kimberley. Bereits zwei Jahre später bemühten sich, größtenteils vergebens, Gottesmänner der Lutheraner Kirche um das Seelenheil der Glücksjäger. Letztere zeigten sich weniger an geistlicher, als vielmehr an flüssiger Nahrung, aus eine der über hundert Kneipen, interessiert.

Im Stundentakt in die Vergangenheit

Namen wie beispielsweise de Beers, Rhodes, Barnato und Oppenheimer erinnern an die Zeiten Kimberleys als Diamantenmetropole der Weltund bleiben unzertrennlich mit ihr verbunden. Zur Zeit tragen die Minen der Stadt lediglich etwa 5% zu der südafrikanischen Diamantenförderung bei. Noch heute trifft der Besucher in Kimberley, der Provinzhauptstadt des Northern Cape, überall auf die Spuren aus jenen Tagen. Diamanten kann man hier nach wie vor, wenngleich auf beschaulichere Weise, in seinen Besitz bringen. Juvelliergeschäfte vor allem in der Jones Street bieten ein reichhaltiges Angebot. Für all jene die mit dem Betrachten zufrieden sind, ist Kimberley ein wahres Land der Erfüllung. Vom Rathaus der Stadt aus fährt zwischen 9 und 16 Uhr stündlich eine restaurierte Straßenbahn zum Big Hole und zum Museumsdorf, in dem Teile der Stadt zur Zeit des Diamantenrausches nachgebaut sind. Im Diamantenpavillon sind ungeschliffene Diamanten zu bewundern unter anderem der weltweit Größte seiner Art mit einem Gewicht von 616 Karat.

Steine, Sport und Sonne

Zahlreiche Museen, Gallerien, Denkmäler und Schlachtfelder zeugen nicht nur von der Diamantenera, sondern auch von den Wirren des Anglo- Buren Krieges in denen Kimberley eine wesendliche Rolle spielte. Wer sich an den Glitzersteinen sattgesehen hat, kann sich selbstverständlich auch anderweitig betätigen. Die unweit gelegenen Felsenmalereien, oder der Vaalbos National Park, in dem mit der Halbwüste, dem Grasveld und der Sandsteppe drei unterschiedliche Landschaftsformen mit ihrer Flora und Fauna aufeinander treffen, sind durchaus sehenswert. Auch für sportlich Aktive hat Kimberley einiges zu bieten. Wander- und Klettertouren sind ebenso möglich wie Erkundungsausritte zu Pferd oder River Rafting und Kanufahrten. Zum romantischen Ausklang des Tages bietet sich eine Sunset River Cruise an. Hotels, Gastfarmen, sowie Bed&Breakfast Einrichtungen und Camping Plätze stehen dem Besucher für die Übernachtungen zu Verfügung. Die Touristen-Information befindet sich an der Ecke Eureka und Chapel Street in Kimberley und hält umfangreiches Material über Attraktionen und Aktivitäten der Region bereit.

Bilder:HADIT, SATours

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