Marula - Ein Geschenk der afrikanischen Wildnis

Mehr als nur ein Baum, hoch geschätzt und verehrt, bringt er Erfrischung, Gesundheit, Werkstoff, Genuss, Spaß, Licht und vieles mehr.

Jeder Teil birgt ein Geheimnis

Zwischen Äthiopien und KwaZulu-Natal in Südafrika, wächst einer der von Mensch und Tier am meisten geschätzten Bäume. Die Heimatgebiete des ausschließlich wild wachsenden Marula (Sclerocarya birrea) sind die warmen, frostfreien Regionen in den weiten, offenen Flächen Afrikas. Charakteristisch für den alleinstehenden, einstämmigen Marula (Sclerocarya birrea), mit seiner weit ausladenden, runden Krone, ist die graue, gesprenkelte Borke, die sich scheibenförmig ablöst. Dieser Laub abwerfende Baum erreicht durchschnittlich eine Höhe von etwa 15 Metern, kann in Ausnahmefällen auch bis zu 20 Meter hoch wachsen. Die graugrünen Blätter wechseln vor dem Abwerfen ihre Farbe in ein mattes Gelb. Über mehrere Monate des Jahres ist er kahl. Ohne Blätter erscheinen die oberen, aufrecht stehenden Äste abnormal dick, in der Form umgedrehter Finger. Männliche und weibliche Blüten wachsen getrennt voneinander auf unterschiedlichen Bäumen. Die rosafarbenen, männlichen Blüten sind auffälliger und wachsen traubenförmig an dünnen herabhängenden Stielen. Weibliche hingegen sind kleiner und wirken wesendlich heller. Die Blütezeit ist zwischen September und November. Zugegeben, auf den ersten Blick scheint er rein äußerlich fast ein Baum wie jeder andere zu sein, jedoch birgt jeder Teil dieser Pflanze ein Geheimnis und findet seine Anwendung.

Vielseitige Frucht

Das breiteste Verwendungsspektrum finden dabei unbestritten die Früchte, die nur der weibliche Baum zum Höhepunkt des afrikanischen Sommers, im Februar, in Überfülle trägt. Etwa golfballgroß reifen sind sie zunächst olivgrün und werden im Reifestadium goldgelb. Angezogen von dem intensiven, tropischen Duft machen sich alljährlich Elefanten, Paviane, Giraffen, Warzenschweine und Antilopen über die Blätter und Früchte her. Mit Vorliebe genießen sie auch die Früchte im Gärzustand. Wer erinnert sich nicht an den Filmklassiker „Die lustige Welt der Tiere“, mit den torkelnden Giraffen und verkaterten Pavianen? Aber auch die Menschen haben den vielseitigen Segen der Marulafrucht schon frühzeitig erkannt. Wie archäologische Funde ergeben haben, gehörten sie seit alters her auf den Speiseplan der Afrikaner. Wegen ihrer durstlöschenden, erfrischenden Wirkung lieben afrikanische Kinder die an Vitamin C reichen Früchte (etwa viermal so viel wie der einer Orange), besonders wenn sie zuvor eisgekühlt wurden. Erwachsene hingegen schätzen das aus ihnen hausgebraute Marula-Bier. bei der Herstellung von Gebäck, Gelee, Marmelade und Wein finden sie ebenfalls Verwendung.

Gefahrlos genießen

Um als Europäer in den Genuss des Geschmacks dieser einzigartigen Frucht zu kommen, ist es nicht notwendig sich im Kampf gegen wilde Tiere auf die Suche nach einem Marula Baum zu machen und unter Einsatz seines Lebens die Früchte zu sammeln. Das charakteristische, exotische Aroma eingefangen, wird das Fruchtfleisch in traditionellen Kupferkesseln destilliert, reift für zwei Jahre in Eichenfässern und kommt mit Sahne verfeinert als unvergleichlich schmackhafter Sahnelikör (17% Vol.) auf den Markt.
Kaum ein Südafrikareisender der nicht begeistert von dem vollmundigen Geschmack begeistert noch schnell eine Flasche des Marula Fruit Cream Likör für Zuhause mitnimmt. „Nur schade das der Koffer schon so voll ist, sonst würden wir noch eine Flasche für Freunde, Oma und Opa mitnehmen.“
Dank der Firma Underberg gibt es dieses Gepäckproblem nicht mehr und auch Nichtsüdafrikareisende können in den Genuss dieses Getränks kommen. Weltweit bekannt seit über 150 Jahren als Garant für Bekömmlichkeit und Qualität hat sie den Amarula Wild Fruit Cream Likör auch auf den europäischen Markt gebracht. Ganz gleich ob auf Eis oder heiß, gemischt oder pur in jedem Tropfen steckt ein bisschen afrikanische Wildnis.

Medizin und Werkstoff

Gleichwohl finden auch die anderen Teile des Marula Baums ihre Verwendung. Sein weiches Holz findet Anwendung für kunstvolle Schnitzereien. In seiner Gesamtheit werden dem Marula, aufgrund der Überfülle seiner Früchte (in guten Jahren bis zu zwei Tonnen pro Baum), starke aphrodisische Eigenschaften zugeschrieben und er genießt dadurch bei vielen Fruchtbarkeitsriten unterschiedlicher afrikanischer Stämme einen hohen Stellenwert. Die Tatsache, dass die Landbevölkerung einiger Regionen alten Traditionen folgend unter den fruchtbaren Ästen Hochzeitszeremonien abhält, brachte ihm den Namen Hochzeitsbaum ein. Angehörige des Venda-Volkes in Südafrika gehen sogar noch einen Schritt weiter. In der Annahme das Geschlecht ihres Kindes bestimmen zu können, essen werdende Mütter die zermahlende Rinde des Marula. Wobei das Geschlechts des Baumes ausschlaggebend für das Geschlecht des Kindes sein soll. Die Zulu glauben, dass ein an Masern Erkrankter, der vor Tagesanbruch wortlos loszieht und in die Rinde eines Marula Baumes beißt, von der Krankheit geheilt wird. Zudem wird aus ihr Medizin zur Behandlung gegen Malaria hergestellt und bei Raupenstacheln und Insektenstiche eingesetzt. Die Rinde kann auch verwendet werden, um hellbraune Farbe zu erzeugen. Außer zu Seilen wird häufig die innere Rinde zu einer Mixtur gegen Magenbeschwerden verarbeitet.

Überraschung im Stein

Und wer nun glaubt das wäre nun schon alles, wird schnell eines besseren belehrt. Gekocht, gebrannt und aufgebrüht dient die ledrige Haut der Früchte als Kaffee-Ersatz. Sogar der große außerordentlich harte Fruchtstein hat seine Überraschungen. Ist er erst einmal erfolgreich gespalten, wird sein hoch eiweißhaltiger Kern frei, der bei vielen Stämmen als Delikatesse gilt. Das im Kern enthaltene Öl findet, außer zu kosmetischen Zwecken, Einsatz als Nasen- und Ohrentropfen. Der hohe Ölgehalt ermöglicht es auch die Nuss anzuzünden und als Kerze einzusetzen. In den traditionellen Zeremonien der Sangomas einiger afrikanischer Stämme ist der Marula Fruchtstein ein wesendliches Element, mit hohen spirituellen Wert.


Wir danken der Firma Underberg/Rheinberg für ihre Unterstützung. Weitere Information sowie Rezepte finden Sie auf der Webseite: Amarula.de

Die Geschichte dieses erfolgreichen Familienunternehmens findet ihr unter underberg.de

Für Freunde des außergewöhnlichen Geschmacks, wie wäre es mit einem echten Elefantenkaffee.
Heißen Filterkaffee in eine Tasse gießen, mit Amarula Cream auffüllen, dazu ein Sahnehäubchen mit geraspelter Schokolade.

Bilder: HADIT, Underberg


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Von Südafrika fasziniert haben sich die Autoren etwas ganz besonderes ausgedacht.

"Es ist einfacher etwas zu lieben was man kennt und versteht".

Unter diesem Motto ist nach jahrelanger Recherche ein einzigartiges Nachschlagewerk zum Thema Geschichte und Kulturen Südafrikas entstanden.

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