Spröde Schönheit Northern Cape

Ein Königreich der Kontraste, wo unbeschreibliche Schönheit und unerbittliches Klima auf wundersame Weise ein natürliches Wunderland erschaffen haben.

Erinnerungen an ein Land vor unserer Zeit

Die sonnendurchtränkten bizarr wirkenden Landschaften, rotsandige Dünen und unendliche Horizonte rufen Erinnerungen an ein Land vor unser Zeit hervor. Dieser Eindruck wird durch die spärliche und zum Teil skurril wirkende Vegetation noch verstärkt. Seinen Beitrag dazu leistet nicht zuletzt der Köcherbaum, aus der Familie der Liliengewächse, der seine spinnenartigen "Finger" dem stahlblauen Himmel entgegenstreckt. Die 190 Millionen Jahre alten Fußabdrücke von Sauriern bei Fraserburg intensivieren diese Impressionen und bestätigen, dass es sich in der Tat um archaische Landstriche handelt.

Stiefkind des Tourismus

Die flächenmäßig größte der neun südafrikanischen Provinzen ist das Northern Cape. Sie nimmt etwa ein Drittel der gesamten Landesfläche ein, ist jedoch aufgrund des zum Teil lebensfeindlichen Klimas mit nur zwei Prozent der Bevölkerung das am dünnsten besiedelte Gebiet Südafrikas. Von der Westküste entlang der Grenzen zu Namibia und Botswana bis hin zur North -West Provinz und dem Free State erstreckt sich diese große und zum Teil unzugängliche Wildnis. Für Naturliebhaber jedoch bietet das vom Tourismus oft stiefmütterlich behandelte Northern Cape einzigartige und unvergessliche Eindrücke. Die Provinz umfasst sechs Regionen. Die Gebiete Kalahari und Green Kalahari im Norden, die Upper- und Hantam-Karoo im Süden und Südosten, das Namaqualand im Westen und im Osten, last but not least, die Diamandfield Region die alle auf ihre ureigenste Art dem Besucher ihre Einzigartigkeit und Highlights vermitteln.

Glitzernder Stein erweckt aus Dornröschenschlaf

Die Provinz sticht vor allem durch ihre Bodenschätze hervor. Bereits Simon van der Stel ließ 1685 bei Springbock nach Kupfer graben und bei Sishen unweit Kurumans befindet sich die größte Eisenerzgrube des Landes. Jedoch der Fund eines spielenden Kindes am Ufer des Oranje Rivers bei Hopetown sollte 1866 diesen Landesteil aus seinem Dornröschenschlaf erwecken. Der hübsch glitzernde Stein erwies sich als Diamant und Nachricht dieses sensationellen Fundes verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Glücksritter aus aller Welt strömten in dieses Gebiet. Aber nicht nur im Fluss, sondern auch in der Erde befanden sich die heißbegehrten Edelsteine. Um 1870 begann das - große Graben - und nach und nach entstand, mit einer Tiefe von 800 Metern und einem Umfang von 4,5Kilometer, der größte von Menschenhand erschaffene Krater der Welt –The Big Hole -. Aus dem ehemaligen Camp wurde schnell eine Stadt und heute zeigt sich Kimberley, das Zentrum der Diamantenindustrie, als attraktive Stadt mit breiten Straßen und jeder Menge Sehenswürdigkeiten.

Ort der großen Geräusche

Entlang der Lebensader dieser sonst so trockenen Provinz, dem Oranje River, befinden sich Obst und Weinanbaugebiete. Der überwiegende Teil der hier geernteten Aprikosen, Datteln und Feigen werden bei Upington, in der weltweit zweigrößten und modernsten Fruchttrockenanlage verarbeitet. Die Orange River Wein Cellars ist die größte Winzerkooperative des Landes. Der Oranje fließt weiter nach Westen durch den nördlichen Teil der Provinz Northern Cape und stürzt sich auf seinem 2100 Kilometer langem Weg bis zur Küste auf spektakuläre Weise über die Augrabiesfalls > Ort der großen Geräusche in die Tiefe, bis er schließlich die Grenze zwischen dieser Südafrika und Namibia bildet. Sich hartnäckig haltende Legenden berichten heute noch von sagenhaften Diamantvorkommen am Grund des tiefen Einsturzsees. Giraffen, Klippspringer und andere Wildtiere durchstreifen den nach den Fällen benannten National Park. Wer die Natur nicht nur aus dem Auto heraus genießen möchte, hat die Möglichkeit per Mountain Bike die aride Landschaft zu erkunden.

Oase der Kalahari

Benannt nach der wahren Wüstenantilope, befindet sich im nördlichsten Zipfel der Provinz der grenzüberschreitende Kalahari Gemsbock National Park. Er umfasst Teile Botswanas, Namibias und Südafrikas und ist eines der größten noch erhaltenen Ökosysteme der Welt. Mit seinen roten Sanddünen, spärlicher Vegetation und trockenen Flussbetten bietet er Lebensräume für die Herden der verschiedenen Antilopenarten, Gnus, aber zugleich auch für Löwen, Leoparden, Geparden und anderen Wildtieren. Bekannt als Oase der Kalahari sprudeln bei Kuruman täglich 20 Millionen Liter Wasser aus der größten natürlichen Quelle der südlichen Hemiphäre, die im Volksmund das Auge genannt wird und versorgt die etwa 9.000 Einwohner mit dem kostbaren Nass. Der Schottische Missionar und Schwiegervater David Livingstones, Robert Moffert, lebte hier von 1820 bis 1870 und gründete an diesem Ort seine Missions-Station.

Blütenteppich und Mondlandschaft

In der schwer zugänglichen Halbwüste des Namaqualands vollzieht sich, nach einem opulenten Winterregen, alljährlich von August bis September eine Metamorphose. Diese sonst eher tristen Weiten erstrahlen plötzlich und spektakulär in einem schillernden Spektrum pastellfarbener Blütenteppiche, die bis in die Kalahari Wüste hineinreichen, um anschließend wieder in einen langen Schlaf zu verfallen. Für Liebhaber rauer und schroffer Landstriche ist der Richtersveld National Park im Nordosten ein geeignetes Ziel. Die mondähnliche Landschaft, mit ihren zahlreichen Sukkulentenarten, wovon etwa die Hälfte endemisch ist und einige erst kürzlich entdeckt wurden, gehört zu den ältesten Formationen der Erde.

Wüste, Wandern, Wassersport

Nicht nur für Fotographen, die ständig auf der Suche nach spektakulären Motiven sind, hält dieser Teil des Landes einige Überraschungen bereit. Neben außergewöhnlichen Landschaften gibt es auch in dieser Provinz, wie überall im Land, ein großes Freizeit- und Sportangebot und selbstverständlich die unterschiedlichen Übernachtungsmöglichkeiten, angefangen von hervorragenden Hotels über Bed & Breakfast bis hin zu den traditionellen kuppelförmigen Reedhütten "matjieshuis" und natürlich Camping. Zahllose Museen, Weinproben, Geländefahrten, Felsenmalereien der San, Wildreservate, oder historische Stätten gehören ebenso zum Repertoire wie Reit- und Wanderrouten, Golfeinrichtungen, sogar Wassersport wie beispielsweise River Rafting und vieles mehr. Sie zeigen auf anschauliche Weise, dass Northern Cape alles andere als langweilig und farblos ist.

Photo:SATours

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