Todestag des Freiheitskämpfers
Steve Biko

Ein Tod, der die politische Landschaft Südafrikas verändern sollte.

Hoher Besuch zum Gedenktag

Am 12. September jährt sich der Todestag des Gründers der Black Consciousness Bewegung in Südafrika, Steve Biko, der 1977 in Gewahrsam der Apartheid-Sicherheitspolizei ums Leben kam. Sein Tod und vor allem dessen Umstände veränderten die politische Landschaft Südafrikas grundlegend. Nelson Mandela sagte in einer Sonderausgabe der Steve Biko Foundation: „Sein Leben wurde mit mehr Lässigkeit und Gefühllosigkeit ausgelöscht, als eine Kerzenflamme zwischen einem schwieligen Daumen und dem Zeigefinger.“
Unter anderem aus Anlass dieses Gedenktages reiste auch die afrikanische Literaturikone Chinua Achebe, der zum diesjährigen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels gewählt wurde, zu seinem ersten Besuch nach Südafrika.

Stärkung des schwarzen Bewusstseins

In King William`s Town in der Provinz Eastern Cape in Südafrika wurde Stephen Bantu Biko am 18. Dezember 1946 geboren.
Seit frühster Jugend galt sein Interesse der Anti-Apartheidpolitik. Während seiner Medizinstudienzeit schloss er sich der National Union of South African Students (NUSAS) an. Die Gruppe wurde jedoch von weißen Liberalen geleitet und verfehlte die Interessenvertretung und Repräsentanz der schwarzen Studenten. Konsequenter Weise verließ Biko 1969 die Vereinigung und gründete seinerseits die South African Students` Organisation (SASO).
Ihre Aufgabe bestand darin gesetzliche Hilfe und medizinische Kliniken zu beschaffen und Heimindustrien für benachteiligte schwarze Gemeinschaften zu entwickeln. Ende der 60er Jahre die BCM (Black-Consciousness-Movement) ins Leben gerufen, die sich vor allem an die schwarze Jugend wandte und zur Stärkung des schwarzen Bewusstseins diente. Die Apartheidregierung verhängte 1973 einen Bann über Steve Biko.

Halbtot auf der Ladefläche nach Pretoria

Am 21. August 1977 verhaftete ihn die Eastern Cape Sicherheitspolizei und hielt ihn in Port Elizabeth fest. Im Hauptquartier der Sicherheitspolizei erlitt Steve Biko am 7. September während des Verhörs eine Kopfverletzung.
Die Ärzte, die ihn untersuchten, während er nackt auf einer Matte lag und mit Handschellen an einen Metallrost gefesselt, bestätigten übereinstimmend Symptome für ein Nervenleiden. Es gab von Seiten der Mediziner keinerlei Vorbehalte für die weitere Inhaftierung. Die nächsten Tage verbrachte er in einem halb bewusstlosen Zustand, bis der Polizeimediziner schließlich am 11. September eine Überführung ins Krankenhaus empfahl.
Daraufhin wurde er über 1200 Kilometer hinweg ohne medizinische Begleitung nach Pretoria transportiert. Eine Fahrt von etwa zwölf Stunden, die Steve Biko nackt liegend auf der Ladefläche eines Land Rovers qualvoll erdulden mußte.

Tod auf dem Zellenboden


Einige Stunden später, am 12. September, allein und immer noch nackt, auf dem Fußboden einer Zelle des Pretoria Zentral Gefängnisses starb Steve Biko an den Folgen seiner Hirnverletzungen. Der südafrikanische Justizminister James Kruger gab bekannt, dass Biko an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben sei und des weiteren „lasse ihn dieser Tod kalt“.
Die Story vom Hungerstreik wurde auf Druck der lokalen und internationalen Medien, insbesondere von Donald Woods, dem Chefredakteur der East Londoner Zeitung Daily Dispatch, von den offiziellen Stellen zurückgenommen.

Weltweite Empörung

Die brutalen Umstände die zu Bikos Tod führten, riefen weltweite Empörung hervor und er wurde zum Märtyrer und Symbolfigur des Widerstands gegen das Apartheidregime.
Als ein Resultat daraus bannte die Südafrikanische Regierung eine Anzahl Personen, unter anderem Donald Wood, und Organisationen die mit Biko assoziiert wurden.
Donald Woods hat unter Einsatz seines Lebens Steve Biko eine Strecke des Weges begleitet und dessen Leben in dem Buch „Steve Biko Schrei nach Freiheit“ festgehalten. Nachdem Donald Woods die Geschichte Steve Bikos recherchiert und bekannt gemacht hatte, flüchtete er vor der Rache des Staats und dem Hass der weißen Bevölkerung mit seiner Familie nach London. Von dem Regisseur Richard Attenborough ist das Buch unter dem Titel „Schrei nach Freiheit“ verfilmt worden. Donald Woods verstarb im Alter von 67 Jahren am 19. August 2001 in der Nähe von London.

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