St Lucia - das größte intakte Feuchtbiotop Afrikas

Hippoherden, zahllose Krokodile
in Verbindung mit dem einmaligen Naturschauspiel an der Nordküste KwaZulu Natals


Erstes Weltnaturerbe Südafrikas

Etwa 50 Kilometer nördlich von Richards Bay, in KwaZulu Natal, liegt der Greater St. Lucia Wetland Park. Am 02.12.1999 wurde er von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt. Das Projekt, St. Lucia als Weltnaturerbe für die künftigen Generationen zu erhalten, gilt heute weltweit als Vorbild und wurde mehrfach international ausgezeichnet. Der Greater St Lucia Wetland Park erstreckt sich entlang der Küste, zwischen Sodwana im Norden und Mapelane im Süden. In ihm verzahnen sich fünf völlig unterschiedliche Ökosysteme. Diese beinhalten das St Lucia Seensystem, ein Meeresschutzgebiet, Wildnisgebiete, das Ried- und Schilfgebiet der Mkuzi Sümpfe und den mehr als 25.000 Jahre alten fossilen Uferstreifen. Das gesamte Gebiet bedeckt eine Fläche von rund 2.500 Quadratkilometern, die etwa der vier- bis fünffachen Fläche des Bodensees entspricht.

Einmaliges Naturschauspiel

Dazu gehört auch die Meeresküste mit dem südlichsten Korallenriff Afrikas und den Gelegeplätzen der vom Aussterben bedrohten Leder- und Unechte Karettschildkröten. Zwischen Cape Vidal und Sodwana Bay kommen von Mitte Oktober bis März in der Nacht die seltenen Reptilien an den Strand um ihre Eier abzulegen. Welche sie dann sorgfältig mit Sand bedecken, bevor sie wieder zurück ins Meer gehen. Die Jungen schlüpfen nach etwa zwei Monaten und versuchen instinktiv das Meer zu erreichen. Von der Verwaltung des Parks werden nächtliche Touren zur Beobachtung dieses einmaligen Naturschauspiels organisiert.

Ehemals Gebiet für Flusspferd- und Krokodiljäger

Das St. Lucia Seensystem setzt sich zusammen aus False Bay im Westen und See St Lucia im Osten. Diese sind durch einen Kanal miteinander verbunden, der als Hell`s Gate bekannt ist und ehemals das Gebiet für Flusspferd- und Krokodiljäger war. Als sich vor ca. 60 Millionen Jahren die See zurückzog, wurden die sandigen Küstenterrassen Zululands gebildet. Die zurückgebliebenen Mulden füllten sich mit Seewasser aus dem indischen Ozean und Frischwasser im Mündungsbereich der Flüsse Mkuze, Hluwhluwe, Nyalazi und Mzinene. Da heute das Flusswasser häufig zur Bewässerung gebraucht wird, droht durch den geringen Zufluss von Frischwasser die Versalzung des Sees. Eine direkte Verbindung zum Ozean besteht nur durch einen 20 Kilometer langen Kanal im Gezeitenbereich.

Die höchsten bewachsenen Dünen der Welt

Eingeschlossen von steigenden Sandmassen und einem Barriereriff, liegt der See hinter einem geschlossenen Dünensystem. Mit einem Dschungel aus über 220 Baum- und Straucharten, die mit fast 200 Metern Höhe die höchsten bewachsenen Dünen der Welt sind, säumen sie das Ostufer des Sees. Im Norden liegen die von Ried und Papyrus dominierten Mkuze-Sümpfe. Sie sind ein verlandeter Teil des Sees. Der St Lucia See ist zwischen zwei und acht Kilometer breit, etwa vierzig Kilometer lang und durchschnittlich etwa ein bis zwei Meter tief. Drei Inseln ragen aus dem See. Es handelt sich dabei um Bird Island, Lane Island und das, nach einem Zuluhäuptling benannte, Fanie Island.

Heimat der Stimme Afrikas

Der hohe Fischbestand des Sees erfreut nicht allein die Angler, sondern über 25 Wasservogelarten bewohnen die Ufergebiete inklusive Flamingo, Pelikan und Kingfischer, die hier eine stabile Nahrungsgrundlage finden. Auch der Schreiseeadler, häufig als Stimme Afrikas bezeichnet, ist hier zu Hause. Ebenso bietet der See Lebensraum für eine große Krokodil- und F lusspferdpopulation. Mit ca. 1500 Exemplaren ist der Krokodilbestand im St. Lucia See größer als in allen anderen Tierreservaten Südafrikas. Die Ufer sind u.a. bewachsen mit Mangroven, White Milkwood und Wilden Feigen. Das St Lucia Wildreservat ist das Gebiet für Reedbock, Suni, Steinbock, Buschbock, Ducker und Buschschwein. Neben 530 Vogelarten leben hier über 20 vom Aussterben bedrohte Tierarten, unter ihnen das selten gewordene Spitzmaulnashorn.

Vom Boot aus Hippos beobachten

Bereits 1895 wurden 37.000 ha offiziell zum Wildreservat deklariert, 1939 kam ein 1 Kilometer breiter Steifen um den See herum als St Lucia Park hinzu. Weitere 2247 ha von False Bay wurden 1944 mit eingeschlossen. Der Ort St Lucia Estuary bietet Übernachtungsmöglichkeiten wie beispielsweise Lodgen, Bed & Breakfast und Camping. Das Angebot der Geschäfte reicht von Lebensmitteln, über Sportausrüstungen bis hin zu Souvenirs. Organisierte Bootsfahrten zu Flusspferdbeobachtungen, sowie Boote für individuelle Touren, oder Angelausflüge sind zu bekommen.

Rohstofflieferant

Der St Lucia Mündungsbereich gehört zu den wenigen, noch übrig gebliebenden Gebieten in KwaZulu Natal, in denen das Ncema-Gas (Juncus kraussii) wächst. Diese Pflanze ist ein bedeutender Bestandteil in der Zulukultur, aus ihm werden unter anderem Sitz- und Schlafmatten hergestellt. Alljährlich, beginnend mit dem ersten Mai, kommen Tausende Zulufrauen aus der ganzen Provinz um dieses Gras zu schneiden. Die Erntesaison ist beendet, wenn kein langes Gras mehr übrig ist.

Photo:HADIT

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