Der Strauß - Ein wahrlich komischer Vogel

Uralt, flugunfähig und kein bisschen feige

Der letzte Nachfahre der Saurier

Mit einer Größe von 2 bis 3 Metern und einem Durchschnittsgewicht von 100 bis 150 kg ist der Strauß (Struthio camelus) der weltweit größte, lebende Laufvogel. Durch die Rückbildung seiner Flügel und Federn ist ihm das Fliegen nicht möglich. Sie dienen ihm jedoch zum Austausch der Körperwärme. Seine Flugunfähigkeit wird durch sehr kräftige, lange Beine ausgeglichen. Mit ihnen kann er, bei einer Schrittlänge von 6 bis 8 Metern, eine Geschwindigkeit von etwa 60 km/h für die Dauer von 10 bis 15 Minuten erreichen. Seine bezaubernd lange Wimpern sind in Wirklichkeit feine Federn. Seine Sehkraft ist ausgezeichnet und sie ermöglicht ihm Bewegungen auf einer Entfernung von über drei Kilometern auszumachen. Der natürliche Lebensraum der Strauße, die karge Steppe und Savanne Afrikas, ist auch die Heimat von Löwen, Hyänen und anderen Raubtieren. Historisch betrachtet sind diese, im Vergleich zum Strauß, jedoch Neuankömmling. Forschungen und Fossilien belegen, dass bereits seit über zwei Millionen Jahren dieser bemerkenswerte Vogel hier beheimatet ist. Der Strauß gilt als der letzte Nachfahre der Saurier. Vergleiche seiner Haut mit der des Krokodils zeigen verblüffende Ähnlichkeiten.

Neugierig statt feige

Häufig stellt sich die Frage, wie so ein scheinbar wehrloses Tier zwischen all den Fleischfressern überleben konnte. Eines ist sicher, nicht indem dieses majestätisch-schreitende Tier, wie fälschlicher Weise oft behauptet wird, den Kopf in den Sand steckt. Die Antwort ergibt sich, mit einem Blick auf die Beine und Füße, von selbst. Zusätzlich zur hohen Laufgeschwindigkeit hat er, als einziger Vogel, nur zwei, jedoch außerordentlich scharfe Zehen, die eine äußerst effektive Waffe darstellen. Ein gezielter Tritt mit ihnen genügt, um einen Löwen zu töten. Strauße sind sehr neugierig und stecken mitunter ihren Kopf in Erdspalten und Löcher. Dadurch entsteht der Eindruck, sie steckten ihren Kopf in den Sand. Junge Strauße täuschen, bei überraschender Gefahr, bisweilen den Tod vor, indem sie sich mit vollständig ausgestrecktem Hals flach auf den Boden legen. Dieses Verhalten konnte auch bei erwachsenen Tieren schon beobachtet werden. Ergänzend, zur überwiegend vegetarischen Kost, bereichern kleine Säuger, Eidechsen und Käfer den Speiseplan der trauße. Er hat keinen Kropf und keine Zähne und schluckt daher jedes feste Ding das er finden kann z.B. Steine oder andere Dinge die der Mensch in der Natur verliert, um die Nahrung in seinem Magen zu einem feinen, besser verdaulichen Brei zu vermahlen. Für längere Zeit ist es ihm möglich ohne Wasser auszukommen.

Er übernimmt die Nachtschicht

Die Henne ist an ihrem, eher tristen, erdbraunen Gefieder erkennen. Im Gegensatz dazu hat der Hahn ein wunderschönes schwarzweißes Gefieder vorzuweisen. In einem Alter von drei bis vier Jahren haben Strauße die Geschlechtsreife erreicht. Sie paaren sich das ganze Jahr hindurch und zeigen während der Brutzeit ein bemerkenswertes Verhalten. Jedes Männchen befruchtet, neben seiner Partnerin, auch noch ein oder mehrere unerfahrene junge Weibchen, die sogenannten Nebenhennen. Es gräbt eine tiefe Mulde in den Boden und alle Hennen legen ihre Eier, jede eins pro Tag, in diesem großen Gemeinschaftsnest ab. Nicht selten besteht dieses Gelege aus 20 und mehr Eier. Sie werden vom Hahn und der Haupthenne abwechselnd sechs Wochen lang bis zum Schlupf ausgebrütet und verbissen beschützt. Wobei der Hahn wegen seines schwarzen Gefieders meist die "Nachtschicht" übernimmt.

Dicke Schale, anhänglicher Inhalt

Mit einem Einzelgewicht von bis zu 1500 Gramm und einem Durchmesser von ungefähr 15 cm handelt es sich um die weltweit größten Vogeleier. Der Inhalt entspricht in etwa dem von 24 Hühnereiern. Mit der etwa 1,5 bis 2 mm dicke Schale kann es bedenkenlos das Gewicht eines erwachsenen Menschen tragen. Haben sich die braungescheckten Küken erst einmal aus der harten Schale befreit, folgen sie ihren Eltern auf Schritt und Tritt. Zwar bildet das Gefieder der Jungen eine perfekte Tarnung in der trockenen Savanne, doch sind die Eltern stets vor gierigen Fressfeinden, wie Schlangen, Hyänen, Paviane oder Geiern, auf der Hut. Vater Strauß ist in dieser Zeit besonders angriffslustig und vertreibt alle Eindringlinge, sogar Löwen und andere Raubtiere. Nach einem Jahr haben die Jungen die Größe ihrer Eltern erreicht. Die Lebenserwartung der Strauße liegt in freier Wildbahn bei fünfzig bis sechzig Jahren.

TEIL ZWEI

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