Höhlen des Induna

Gasse der Geliebten, flüsternder Tunnel und Kristallweg führen durch die, von durchsickerndem Wasser in Jahrmillionen geschaffene, unterirdische Wunderwelt der Sudwala Höhlen.

Highlight im Untergrund

Die Sudwala Höhlen, eine der Hauptattraktionen Mpumalangas, befinden sich etwa 35 Kilometer nordwestlich von Nelspruit entfernt in den Mankelekele Bergen. Über Jahrmillionen hat durchsickerndes Wasser den Dolomit des Berges zerfressen und große Höhlen mit bizarr anmutenden Stalaktiten und Stalagmiten geformt. Endlose Legenden ranken sich um diese Höhlen und es wird vermutet, dass sie sich über eine Distanz von 40 Kilometern durch den Berg bis nach Lydenburg hinziehen. Miteinander verbundene Kammern sind der Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt haben sie eine Fläche von 14.000 Quadratmetern über eine Entfernung von ungefähr 600 Metern. Die erste und größte Kammer ist die "P. R. Owen-Hall" und benannt nach dem Besitzer der Farm auf dessen Gelände sich die Höhlen befinden. Fast kreisförmig hat die Kammer einen Durchmesser von 66 Metern und eine Höhe von 18 Metern. Der größte Stalagmit reicht sagenhafte 11 Meter in die Höhe.

Ausräuchern zwecklos

Entdeckt wurden die Höhlen bereits im frühen 19. Jahrhundert, während eines Melodrams um die Nachfolge der Swasi-Herrschaft. Den Fund machte seinerzeit Somquba, ein Sohn des Swasi-Königs Sobhuza I., der mit seinem Gefolge vor seinem Bruder Mswati auf der Flucht war. Bei diesem Disput ging es unter anderem auch um eine stattliche Anzahl königlicher Rinder. Somquba und seine Leute bauten ein Dorf direkt neben dem Höhleneingang und jedes Mal, wenn Mswati und seine Straftruppe auf der Bildfläche erschienen, suchten sie Schutz in der Höhle. Mehrere Male versuchten Mswati und seine Männer die Flüchtenden auszuräuchern, indem sie am Eingang zur Höhle riesige Feuer anzündeten, jedoch ohne Erfolg. Dennoch gelang Mswati eines Tages ein Überraschungsangriff und bevor sie fliehen konnten, wurden Somquba und viele seiner Gefolgsmänner getötet. Oberhaupt der Überlebenden wurde der Induna Sudwala, nach dem letztendlich die Höhle benannt wurde.

Schreiendes Monster und weinende Madonna

Im Jahre 1965 ließen die Besitzer eine Straße zu den Höhlen anlegen und ungefähr 25.000 Touristen besuchten im darauffolgenden Jahr die Tropfsteinhöhlen. Nachdem im Jahre 1967 elektrische Beleuchtung installiert wurde, verdoppelten sich die Besucherzahlen. Schreiendes Monster, Samsons Pfeiler, Gasse der Geliebten, flüsternder Tunnel, weinende Madonna, Märchenland, Kristallweg und arktische Kammer, diese Namen sind nur eine Auswahl und deuten an, welche Mannigfaltigkeit der unterschiedlichsten Formen es in der Untergrund-Wunderwelt der Sudwala Höhlen zu sehen gibt, die durch die Beharrlichkeit des Wassers, Tropfen für Tropfen, über viele Jahrtausende hinweg gebildet wurden.

Ehemaliges Munitionsdepot mit Opernhausakustik

Während des Anglo-Boer-Krieges lagerten die Buren in den Sudwala-Höhlen die Munition für ihre schweren Long Tom Kanonen und lange Zeit hielt sich das Gerücht, dass die bis heute fehlenden Kruger-Millionen ebenfalls dort versteckt seien. Im Juli 1970 prüfte der berühmte russische Sänger Ivan Rebroff die Eignung der großen P.R. Owen-Halle für Konzertzwecke. Seine bemerkenswerte Stimme, die über vier Oktaven reicht, hallte ruhmvoll durch die Höhlen wider. Seine Meinung war, dass die Akustik der Halle mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar besser sei, als die der europäischen Konzertsäle und Opernhäuser. Dank des natürlichen Frischluftdurchflusses und der Möglichkeit für 3.000 Personen Sitzplätze zu schaffen, wird die Halle für Aufführungen, unter anderem von dem Drakensberg-Boys-Chor, genutzt. Unterhalb des Eingangs liegt ein kleiner Ferienort mit Restaurants, Hotels und Schwimmbad. Im Owen`s Freilichtmuseum sind lebensgroße Nachbildungen prähistorischer Geschöpfe zu sehen.

Weitere Informationen über:

Sudwala Caves

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