Zulukultur gestern und heute


Gleichwohl auch im Königreich der Zulus - KwaZulu Natal, der Drang in die Städte vorherrscht, ist das
"Volk des Himmels" (Zulu = Himmel) tief in seiner Tradition verwurzelt.

So rufen immerhin ca. 80% dieser "Städter" einen Sangoma (heute auch über Handy zu erreichen).

Diese oder dieser wiederum haben alle Hände voll zu tun, um den Bedarf an "Muthi" (Medizin) zu decken.

Für und gegen alles wird Muthi gebraucht, sei es für die Gesundheit, das Glück im Lotto, die Brautwerbung, oder gegen böse Geister.

Dennoch hat ein Sangoma mit schwarzer Magie nichts zu tun. Man möchte ihn vielmehr als Geistheiler, Psychologe und Priester in der Kommune bezeichnen. Er, respektive sie, gilt als weise Autorität der Sippe, wobei Aberglaube und eine gute Portion Menschenkenntnis recht hilfreich sind. Diese Person wird z.B. von jungen Männern konsultiert um sicherzustellen, daß die Auserwählte Frau die Richtige ist, wieviel Kinder er von ihr erwarten kann und ob der Lobola ( Brautpreis) auch gerechtfertigt ist. In der Regel geht es dabei um ca. 12 Kühe (in den Städten um Bargeld, dem Wert dieser Tiere entsprechend).

Es muß gesagt werden, daß der Bräutigam die Frau nicht kauft, sondern lediglich den Vater für den Verlust der Tochter als Arbeitskraft und für die Bemühungen des Großziehens entschädigt.

Rinder sind der wertvollste Besitz eines Zulu. Nach wie vor ist die Polygamie bei den Zulu weit verbreitet, je mehr Frauen ein Mann heiratet um so angesehener ist er.

Umuzi, nennen die Zulu ihr Zuhause. Unsere Bezeichnung "Kraal" entstammt dem portugiesischen, was soviel bedeutet wie coral (rund). Nicht nur die Hütten, sondern die ganze Anlage ist kreisförmig gehalten. Zwischen zwei Palisadenringen sind die Hütten dem Rang entsprechend angeordnet. Im mittleren Ring, dem eigentlichen Kraal, werden während der Nacht die Tiere (Rinder,Ziegen) untergebracht.

Die Aufgabenbereiche in der traditionellen Zulugemeinschaft sind ganz klar getrennt. Der Mann erstellt den Rohbau der Hütte, beschützt die Familie und sein Land und ergeht sich ansonsten in "Indaba`s" (ausschließlich Männern vorbehaltene, wichtige Besprechungen).

Alles andere erledigen die Frauen. Die unverheirateten Mädchen sind sehr stolz auf ihren Körper und tragen ihn auch ungeniert zur Schau. Völlig ungeachtet der Figur bekleiden sie sich lediglich mit einem Grasröckchen, Baumwollschnüren und Glasperlenkettchen.

Die nackte Brust hat keine sexuelle Bedeutung bei den Zulus, vielmehr ist es die ausgeprägte Achterfront die bei den Herren besondere Aufmerksamkeit hervorruft.

Die Zulumädchen haben die wohl farbigste Art der Nachrichtenübermittlung entwickelt. Liebesbriefe, hergestellt aus bunten Perlen, in denen jede Farbe ihre eigene Bedeutung hat werden an den Angebeteten übersandt.

Wenn sich ein Mädchen für einen Mann entscheidet, so bedeckt sie ihre Brust mit einem ornamentierten Tuch und läßt sich die Haare wachsen. Damit signalisiert sie, daß sie nicht mehr frei ist.

Eine verheiratete Frau bedeckt ihren Körper völlig und trägt einen Hut. Früher wurde der Hut aus Gras in das Haar eingenäht. Dieser ließ sich nun nicht mehr entfernen, sondern verrottete nach einigen Monaten, danach wurden die Haare gewaschen und die ganze Prozedur wiederholte sich.

Der jungen Frau war es nun, ähnlich den Tragen eines Keuschheitsgürtels, nicht mehr möglich sich als unverheiratet auszugeben. Die "Brautjungfern" beginnen im übrigen nicht eher mit dem Singen von Hochzeitsliedern, bevor sie nicht einen Blick auf die sie zu erwartenden Erfrischungen werfen können.

Überhaupt gehört singen und tanzen zum Lebensalltag der Zulu. Kostproben einiger Tänze, sowie einen Einblick in die Geschichte, in das Alltagsleben und vieles mehr bieten die Kulturdörfer in der ganzen Provinz.

In einigen dieser Dörfer werden auch Übernachtungsmöglichkeiten angeboten, damit erhält der Besucher die Möglichkeit, einmal eine aufregende geheimnisvolle Nacht im Umuzi zu verbringen.

Photo:SATours

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