Südfafrikas Wildparks
Addo Elephant Park

Zitrusfrüchte streng verboten - im Addo Elephant Park


Schutzgebiet bewahrte Kap-Elefanten im letzten Moment vor der Ausrottung.

In der Eastern Cape Provinz, nur etwa 72 Kilometer von Port Elizabeth entfernt, den grauen Riesen auf der Spur. Das war nicht immer so, denn erst 1931 wurde der Addo Elephant Park zum Schutz der damals fast ausgerotteten Kap-Elefanten eingerichtet.

Beschwipste Rüsselträger

Mit der Ausbreitung der Siedler, an der Südspitze Afrikas, wurden unter anderem auch die Herden der Kap-Elefanten immer weiter zurückgedrängt und ihre Rückzugsgebiete fast gänzlich vernichtet. Lediglich in dem undurchdringlichen Buschgebiet von Addo fanden sie noch Zuflucht. Doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auch das Umland kultiviert. Die Farmer begannen mit dem Anbau von Zitrusfrüchten und entsorgten die verdorbenen Früchte außerhalb ihrer Anbaugebiete. Von dem Duft der verrottenden Orangen magisch angezogen, machten sich die Dickhäuter über Zitrusfruchtabfälle her. Da auch Elefanten gegen einen Rausch offenbar nichts einzuwenden haben, fraßen sie sich mit moussierenden Früchten beinahe täglich einen solchen an und waren partout nicht zu vertreiben. Sie begannen sogar, zum Teil recht aggressiv, in die Farmgebiete einzubrechen und große Verwüstungen auf den Pantagen anzurichten. Die Farmer schossen die Eindringlinge wahllos nieder und verpflichteten 1919 zudem einen seinerzeit bekannten Großwildjäger, um dem Treiben der Rüsseltiere ein Ende zu setzen. Pflichtbewusst schlug er sich durch das dichte Buschwerk und leistete ganze Arbeit, indem er innerhalb eines Jahres etwa 120 Tiere abknallte. Erst als gerade noch 15 Exemplare übrig waren, meldete sich die empörte Öffentlichkeit zu Wort und die Farmer Harvey gestatteten den Elefanten den Aufenthalt auf ihrem Gelände.


Friedlich hinter stärkstem Zaun der Welt

Aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen mit den Menschen und ihres sprichwörtlichen Gedächtnisses entwickelten die Elefanten sich zu extrem aggressiven Tieren. Erst 1931 als noch ganze 11 Rüssel dieses Gebiet durchschnüffelten, kamen die Farmer auf die Idee, die Obstabfälle weit außerhalb der Pflanzungen zu entsorgen. Mit dieser List und der Erfahrung des ehemaligen Krügerpark-Rangers Harold Trollope wurden die Elefanten in den im gleichem Jahr zu ihrem Schutz gegründeten Nationalpark gelockt. Nach etlichen Ausbruchversuchen errichtete die Parkleitung mit Bahnschienen und Zugseilen aus den Mienen den stärksten Zaun der Welt. Die Tiere mussten sich nun wohl oder übel ihrem Schicksal fügen und entwickelten sich im Laufe der Jahre zu friedlicheren Geschöpfen. Heute bewohnen über 300 dieser grauen Riesen den Park. Da dieser jedoch mit seinen etwa 12.000 ha für eine Elefantenpopulation dieser Größe nicht mehr ausreichte, wurde ihm der benachbarte Zuurveld National Park angegliedert. Bestrebungen des Umweltministers gehen dahin, das ganze Gebiet auf 400.000 ha zu erweitern. Nach neuesten Erkenntnissen unterscheidet sich der Kap-Elefant genetisch nicht von seinem großen Bruder in der Steppe. Dennoch gibt es kleinere Abweichungen, bei den Kap Elefanten besitzt nur der Bulle Stoßzähne, diese sind dünn und nach unten gerichtet. Seit Oktober 1998 kann der Addo Elephant Park mit einer neuen Sensation aufwarten, denn da kamen die ersten Elefantenzwillinge seit der Parkgründung zu Welt.

Zitrusfrüchte strengstens verboten
Außer den Elefanten bewohnen Schakale, Kudus, Buntböcke, Elenantilopen, Duiker, Strauße, Paviane, Warzenschweine, Kapbüffel und etwa 150 Vogelarten den Park. Auch die seltenen Spitzmaulnashörner, die zu Beginn der 1960er Jahre aus Kenia importiert wurden, nachdem Jäger das letzte Spitzmaulnashorn 1853, vier Jahre nach dem letzten Löwen, in diesem Gebiet niederschossen, sind in diesem Gebiet wieder angesiedelt. Für hervorragende Wildbeobachtungen stehen dem Besucher des Parks Straßen und Aussichtspunkte an Wasserlöchern zur Verfügung. Übernachtungsmöglichkeiten in Cottages und Rondavels, eingerichtete Rundhütten mit einer Küche zur Selbstversorgung, gehören ebenso zu den Einrichtungen des Parks, wie ein Pool, ein Geschäft und ein Restaurant Zur eigenen Sicherheit ist es strengstens verboten Zitrusfrüchte mit in den Park zu nehmen! In einem 400ha großen, abgetrennten Reservat besteht vor allem für Botaniker und Wanderer die Möglichkeit ihrer Leidenschaft zwischen pinkfarbenen Speckbäumen, Aloenarten und Pelargonien zu frönen.

Photo:Addo Elephant

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