Südfafrikas Wildparks
Krüger Nationalpark


Der "Krüger Nationalpark" ist einer der bekanntesten Nationalparks der Welt. 1898 wurde dieses Gebiet durch den letzten Buren- präsidenten Paul (Oom) Krüger, der damaligen unabhängigen Republik Transvaal zum Naturschutzgebiet erklärt, er ist einer der ältesten Nationalparks Südafrikas.


Frühe Geschichte

In Marorini und Thulamela wurden historische Stätten gefunden, unter anderem Felsenmalereien der Buschmänner. Zwar sind die Funde sehr spärlich wie steinzeitliche Werkzeuge der San. Man schätzt, dass im 2.Jh.n.Chr. die ersten Nguni nach Südafrika vorstießen. Um 400 siedelten sie sich an den Ufern des Letaba an. Eine Splittergruppe einer anhaltenden Völkerwanderung die sich von Ostafrikas Küste hinhab in den Süden begab, Vorläufer von Land- und Viehwirtschaft betreibenden Stämmen die immer mehr die San verdrängten. Im Gegensatz zu den San, die unter Felshängen wohnten, bauten die neuen Siedler Hütten aus Holzstangen, das Dach wurde mit Stroh gedeckt, die Seitenwände mit Lehm verschmiert. An vielen Wasserstellen findet man Zeugnisse der früheren Siedler in diesem Gebiet. Auch Metallfunde sind im Parkgebiet keine Seltenheit. Geschmolzenes Kupfer wurde in der Nähe von Balule gefunden, ein Goldstück an der Ausgrabungsstelle in Thulamela. Die niedrige Bevölkerungszahl und die primitiven Jagdtechniken stellten niemals eine Bedrohung für den Wildbestand dar.


Rücksichtlose Dezimierung des Tierbestandes

Die zerstörerischen Auswirkungen kamen mit den weißen Siedlern. Nachdem das Kap unter britischer Herrschaft geriet, strömten die Buren in Scharen mit ihren Ochsenkarren nach Norden. Modernere Jagdgeräte und die Gier nach immer mehr Weideland, nach Fellen und Elfenbein leiteten eine rücksichtlose Dezimierung des Tierbestandes ein.
Das Mopane Buschland war reich an Elefanten, 1864 verfrachtete ein einziger Kaufmann 16000kg an Elfenbein. Freizeitjagden aus purer Lust am Töten organisiert taten ein Übriges, um den Wildbestand zu vermindern.
Nachdem auch noch Gold im Lowveld entdeckt wurde strömten aus aller Welt Glücksritter und Vagabunden herbei. Durch den Bau von Siedlungen und Städten, wurde gebietsweise der gesamte Bestand an Wild ausgerottet.
Schutz hatten die Tiere nur noch im heißen Tiefland, denn dort grassierte die Malaria und andere Übel wie die Pferdseuche. Die dort lebenden Wildbestände waren zwar verlockend, doch in diesem Gebiet unterhalb des Lebombo Gebirges zwischen dem Crocodile River und Limpopo River wollte sich niemand niederlassen. Selbstverständlich blieb es auch nicht verborgen, dass die Herden immer mehr schrumpften, doch die Gesetzgeber und die Behörden taten wenig um diese Jagdgier zu unterbinden.

Anfänge zum Schutze der Natur

Obwohl im Volksrat immer wieder über die Einrichtung eines Wildreservates diskutiert wurde, stimmte erst im Jahre 1898 eine Mehrheit dafür. Am 13. April 1898 erschien die Meldung über die Gründung eines Staatsreservats im Staatcourant. Das Gebiet zwischen Sabie und Crocodile River wurde nun als Reservat bestimmt. Der damalige Name "Sabie Game Reserve".
Zwar noch ein sehr kleines Gebiet, aber immerhin ein Anfang.
Nach dem Anglo-Boerwar 1899 - 1902 galt britisches Recht. Noch vor Kriegsende brachten die Briten den Osten Transvaal (Heute:Mpumalanga) unter ihre Kontrolle.
Alle strategischen Posten in der Verwaltung wurden nun umbesetzt. 1901 wurde Captain H.F. Francis zum Inspektor des Reservats ernannt und ein ehemaliger Goldschürfer W.M. Walker wurde Jagdaufseher. Walker war absolut untauglich und wurde bereits 1902 von seinem Posten wieder entfernt.
Nun trat Major James Stevenson-Hamilton an seine Stelle und wurde Oberaufseher. Seine Basisstation war Sabie Bridge (Skukuza). Er gab sinnvolle und administrative Vorgaben, kämpfte um die Ausweitung seiner Befugnisse und wurde schließlich mit dem Titel "Friedensrichter am Ort und Kommissar für interne Angelegenheiten" ausgestattet.
Dies bedeutete für ihn polizeiliche Autorität und mehr Machtbefugnisse. Er war ihm dadurch möglich jegliche Bergbau- und Schürfaktionen zu unterbinden.
Innerhalb von nur zwei Monaten inspizierte er die gesamte Region und reichte die Empfehlung ein, den Park westlich vom Olifants River bis zur Wasserscheide auszuweiten. Das neu hinzukommende Land setzte sich zum Teil aus dem Staatsgebiet und nicht benutztes Farmland zusammen.
Im Mai 1903 verkündete die Regierung die Einrichtung des Singwitsi Wildreservats, dass sich zu Füßen des Lebombo Gebirges bis zu den Flüssen Letaba und Pafuri (Luvuvhu) erstreckt. Im August war es endlich soweit, die gesamte Erweiterung wurde zum Schutzgebiet erklärt. Im Anfang war der alleinige Zweck der Reservate dieses Gebiet als Jagdgebiet aufzubauen und für eine dichtere Population für die Großwildjagd zu sorgen. Im Anfang akzeptierte selbst Stevenson- Hamilton dieses Motiv, rückte aber sehr schnell davon ab. Er verfolgte nun die Strategie, das gesamte Gebiet in Verwaltungsblöcke zu unterteilen und in jeden Block einen Wildhüter mit Assistent einzusetzen. Gegen die Wilderei ging er rigoros vor, dies brachte ihm auch den Spitznamen Skukuza "Rasierer" ein. Erfolgreich war auch sein Vorgehen gegen zwei hochgestellte Polizeibeamte wegen Wilderei, was ihm wiederum in gewissen Kreisen große Feindschaft eintrug.
Er war bedacht den Bestand gefährdeter Tierarten aufzubauen. Am Anfang dezimierte er die immer größer werde Zahl der Raubtiere, indem er sie abschießen ließ. Doch viel größere Problem kamen aus der Politik.
Während der Innenminister Lagden, Stevenson-Hamiltons Ideen unter- stützte, forderten andere Ministerien die Erschließung für den Bergbau, Ländereien und der Landwirtschaft. Vor allen Dingen die Lobby der Land- und Minenbesitzer waren die stärksten Befürworter der Abschaffung der Reservatzonen. Stevenson-Hamilton trat unermüdlich für die Schaffung eines National Parks ein. In den Jahren heftigster Opposition (1910-1923) gewann er immer mehr Befürworter für sein Konzept. Am 31. Mai 1926 erklärte der Minister für Ländereien Piet Grobler, die Reservate Sabie, Singwitsi mitsamt den dazwischenliegenden Gebieten zum Krüger National Park. Nun begann Stevenson-Hamilton mit seinen Mitarbeitern und viel Energie im und um den Park herum Straßen und Camps zu bauen. Bereits 1926 waren 196km, 1936 schon 1450km Strassen erbaut.
Trotz vieler Widrigkeiten während des Sommerregens, der die Strassen in Schlammpisten verwandelte, die Flüsse über die Ufer treten ließ die dadurch den Besuchern in den Camps manchmal tagelang die Wege abschnitten, stiegen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr.
Im Jahre 1927 wurden im Park lediglich drei Autos registriert, dagegen bereits 1935 ca. 6000 Autos gezählt mit 26.000 Besuchern.

Verschiedenen Vegetationen

Der Park lässt sich in mehreren Vegetationszonen einteilen. Neun von Afrikas Ökosystemen treffen im Nordteil des Parks zusammen, sie reichen von Busch- und Feuchtgebieten, über hügliges Grasland, Urwald, Gehölz, bis zu Steinwüsten und tiefen Schluchten. Der Hauptfluss im Norden ist der Luvuvhu, der träge dahin fließt und an seinen Ufern wachsen Feigen-, Fieber- und Ebenholzbäume. Am Nordwestrand finden Sie Mopane-Bäume und die Rote Buschweide. Als Kontrast dazu zeigt sich die Flussvegetation mit Sykomoren und Mahagonibäumen. Nordöstlich dominieren Mopanebüsche, die man an ihren Schmetterlings ähnlichen Blättern erkennt. Im Südöstlichen Teil erstreckt sich die Savanne mit Dornakazien. Südwestlich, im Gebiet des Olifant Rivers, finden wir Akazien, Marula und Combretum.
Elefanten, Nashörner, Büffel, Löwen und Leoparden sind bekannt unter den Namen "Big Five", dies hat nicht unbedingt mit der Größe und dem Gewicht zu tun, vielmehr wurden sie von den Jägern in der Kategorie nach ihrer Gefährlichkeit eingeteilt.

Der Park in Zahlen:

Gegründet 1898
Größe 2 Millionen Hektar
Länge von Nord nach Süd 345 km
durchschnittliche Breite 54km
147 verschiedene Säugetierarten
507 verschiedene Vogelarten
114 verschiedene Reptilien
34 verschiedene Amphibien
49 verschiedene Fischarten
336 verschiedene Baumarten


Hauptcamps:

von Nord nach Süd:


Punta Maria
Shingwedzi
Mopani
Letaba
Orpen
Olifants
Satara
Skukuza
Lower Sabie
Pretoriuskop
Berg en Dal
Crocodile Bridge

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